Oktober 2026
Die AfD wird aller Voraussicht nach in Sachsen-Anhalt regieren, und Medien wie Politik beeilen sich, den 44 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die ihre Stimmen solchen Typen wie Ulrich Siegmund gaben, mit Verständnis zu begegnen. Denn, so die Logik der bürgerlichen Demokraten, wer Nazis wähle, sei deshalb noch lange kein Nazi, sondern ein enttäuschter, wütender, abgehängter und vor allem besorgter Bürger. In der Oktober-Ausgabe – die endlich auch wieder im Print erscheint – schreibt Stefan Gärtner über das Übel, das kleinere Übel und die Wahl zwischen den beiden, Marcel Hartwig darüber, was der Wahlsieg der AfD für Antifaschisten und Antifaschistinnen in Sachsen-Anhalt bedeutet, und Gerd Wiegel erzählt die Geschichte dieser rechtsradikalen Partei.
Völkischer Neoliberalismus
Die Geschichte einer Rechtsradikalisierung. Von Gerd Wiegel
Die unsichtbare Klammer
Warum Antisemitismus für die Neue Rechte zentral bleibt. Von Elke Rajal und Nikolai Schreiter
Zeit der sauren Gurken
Der Dokumentarfilm »Was haben wir gelacht« erinnert an die Misogynie, die bis spät in die neunziger Jahre in den Show- und Comedy-Formaten des deutschen Fernsehens selbstverständlich war. Zugleich wirft er Fragen auf, ohne sie wirklich zu beantworten – zum Beispiel, ob es eine spezifisch weibliche Komik gibt und ob Witze über Frauen generell frauenfeindlich sind. Von Wieland Schwanebeck




