Oktober 2026

Die AfD wird aller Voraussicht nach in Sachsen-Anhalt regieren, und Medien wie Politik beeilen sich, den 44 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die ihre Stimmen solchen Typen wie Ulrich Siegmund gaben, mit Verständnis zu begegnen. Denn, so die Logik der bürgerlichen Demokraten, wer Nazis wähle, sei deshalb noch lange kein Nazi, sondern ein enttäuschter, wütender, abgehängter und vor allem besorgter Bürger. In der Oktober-Ausgabe – die endlich auch wieder im Print erscheint - schreibt Stefan Gärtner über das Übel, das kleinere Übel und die Wahl zwischen den beiden, Marcel Hartwig darüber, was der Wahlsieg der AfD für Antifaschisten und Antifaschistinnen in Sachsen-Anhalt bedeutet, und Gerd Wiegel erzählt die Geschichte dieser rechtsradikalen Partei.

Zum Inhalt

IN konkret 10/2026

Titel

Fuck ey
Stefan Gärtner über das Übel, das kleinere Übel und die Wahl zwischen den beiden

Im Labor
Die AfD wird voraussichtlich in Sachsen-Anhalt regieren. Von Marcel Hartwig

Völkischer Neoliberalismus
Gerd Wiegel über den Aufstieg der AfD

Mir gäbet nix!
Michael Bittner über die Absicht, die Ostdeutschen fürs AfD-Wählen mit der Sperrung von Geldern aus dem Länderfinanzausgleich zu bestrafen

Politik

»Die Megageschichte ist die Intensivierung«
Über die großflächigen Waldbrände im vergangenen Sommer sprach konkret mit dem Landschaftsökologen Matthias Bürgi

Nolte reloaded
Die »FAZ« versucht sich an einer Neuauflage des Historikerstreits. Von Rolf Surmann

Die unsichtbare Klammer
Elke Rajal und Nikolai Schreiter über den Antisemitismus in der Neuen Rechten

KI und die rechtgläubige Werttheorie
Warum die Debatte um die politische Ökonomie der KI nicht weiterführt. Von Peter Schadt

Verrechnet
Ingar Solty über die Protestbewegung gegen KI-Konzerne in den USA

Krieg ohne Grenzen
Jörg Kronauer über die Entwicklung autonomer Waffensysteme und ihre unabsehbaren Folgen

Schrott für die Welt
Der Kl-Boom wächst sich zu einem der stärksten Treiber der Klimakrise aus. Von Axel Berger

Ums Ganze
Obschon sich ihre Warnungen bewahrheiten, hat die Klimabewegung praktisch keine Bedeutung mehr. Von Robin Forstenhäusler

Risiko durch Management
Wie der Kapitalismus seine eigenen Grundlagen zerstört. Von Paul Schuberth

Das Bullshit-Buch
Peter Bierl über Kohei Saitos Am Ende des Fortschritts

Die denkwürdige Schlacht in der Cable Street
Am 4. Oktober 1936 bekämpften die Bewohner des Londoner East End den Faschismus, bevor er groß wurde. Von Richard Schuberth

Lords of War
Ewgeniy Kasakow über die Afrikafront des Ukraine-Kriegs



Kultur

Kalle Blomquist lebt gefährlich
Wenzel Storch klärt eine offene Frage im Werk Astrid Lindgrens

»Die Kunst ist prinzipiell komisch«
Ein Gespräch mit Georg Seeßlen über Maurizio Cattelan, das Komische in der Kunst und das Elend des Betriebs

Zeit der sauren Gurken
Wieland Schwanebeck über den schwierigen Kampf von Komikerinnen gegen die Macht des Herrenwitzes im Fernsehen der neunziger Jahre

Schwarzweiß
Stefan Gärtner über den traurigen Fall des Hochstaplers Jason Arday

Walsers willige Vollstrecker
Der geschichtsverfälschende Revisionismus der AfD steht in einer langen Tradition. Von Holger Pauler

Vorschlaghammer
Leo Herrmann über antifaschistische Architektur

Unter den Speer-Kandelabern
Moritz Rau von Nobbe über Samuel Becketts German Diaries

Der Geist in der Maschine
Sabine Lueken über den Science-Fiction-Comic Die Summe seiner Teile

Wir sind die Roboter
Wie das utopische Potential des Internets zu einer neuen Form der Ausbeutung pervertiert wurde. Von Barbara Eder

RUBRIKEN

VON konkret

AN konkret

HERRSCHAFTSZEITEN

TOTSCHLAGZEILEN

DIE HÄSSLICHE DEUTSCHE
Klaus Weber über Franziska Brantner, die Bundesvorsitzende der Grünen

TERMINE

KUNST & GEWERBE

PLATTE DES MONATS
Leo Herrmann über »Materia« von Julia Holter

FILM DES MONATS
Wieland Schwanebeck über »Whistleblower« von Marc Bauder

AUS GSELLAS REIMEREI
Gestern Nepal. Von Thomas Gsella

BUCH DES MONATS
Peter Kusenberg über die Comic-Anthologie Kreaturen von Bianca Bagnarelli

DER LETZTE DRECK
Kay Sokolowsky über praktische Assistenz der Staatskirchen zur Kriegsertüchtigung