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Hotel Auschwitz

17.01.2019 16:08

Regie: Cornelius Schwalm; mit Franziska Petri, Cornelius Schwalm; Deutschland 2018 (Déjà-vu); 75 Minuten; ab 17. Januar im Kino

 

Mit Filmtiteln ist es so eine Sache. »Hotel Auschwitz« heißt der erste Film von Cornelius Schwalm. »Sensationell« soll er sein, das Werk »desavouiert eine Theatertruppe, die im Angesicht des ehemals größten Vernichtungslagers der Welt an sich selbst scheitert«. So »schmerzvoll, berührend, warm, absurd, tragisch, unerträglich heiter, radikal und mutig« sei dieser Film, »dass er allen ans Herz gelegt werden muss«, teilt mir der Verleih mit. Und das ganz ohne Filmförderung, ist man stolz. Das lässt einen etwas verstört zurück, aber das soll es auch bestimmt, ist dies doch »eine sehr schwarze Tragikomödie, bei der einem das Lachen im Halse steckenbleibt« (Radio 1 nach der Festivalpremiere).

Ja, das stimmt. Er wurde zum Teil sogar auf dem Gelände der Gedenkstätte gedreht. Ein Highlight sicherlich die Sexszene im Birkenwäldchen. Sie: »Ich möchte deinen Schwanz halten.« Nur zu. Eine deutsche Komödie, die in Auschwitz gedreht wird, mit einer deutschen Fickszene auf dem Areal.

Anschließend wird gegrillt. Ohne Zweifel geht das nicht. »Danke, danke, ich kann nach Auschwitz nicht gleich ein Würstchen essen.« Aber noch mal Sex geht: »Dann sollten wir vielleicht mal Stellung beziehen!«

Das Geschehen wird untermalt mit dieser typisch ironischen Klaviermusik, wie sie nur der deutsche Spaßfilm kennt. Schön geklimpert, ihr lustigen Filmemacher.

Was sagen die Kollegen? Der Film sei ein Kommentar »zur auch unter Intellektuellen verbreiteten recht verlogenen Gedenkkultur und den immer noch vorherrschenden Ressentiments vieler Deutscher, Relativierung des Holocausts inbegriffen«, urteilt der »Freitag«. Allein, man mag es nicht recht glauben. Eher, dass hier der Wahnsinn grassiert. Was verhieß noch die Ankündigung? »Großartige Schauspieler, phantastische Dialoge, verstörender Humor warten auf euch.«

Können sie. Am besten mindestens tausend Jahre.

Jürgen Kiontke

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