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Editorial

2019/202

Mit dem Rechtsruck hat sich auch die Situation behinderter Menschen in Deutschland verschärft. AfD–Politiker sprechen offen von »Inzucht« und lehnen erkämpfte Errungenschaften wie das Wahlrecht für mental beeinträchtigte Personen ab. Gesundheitsminister Jens Spahn will maschinell beatmete Patienten ins Heim verfrachten. Und das Bundesteilhabegesetz von 2016, das in Behindertenwerkstätten Abgeschobene, die sich zu Dumpinglöhnen ausbeuten lassen müssen, in den regulären Arbeitsmarkt integrieren sollte, ist grandios gescheitert.

In literatur konkret 2019/20, dem Sonderheft zur Frankfurter Buchmesse, das dieser Ausgabe eingeheftet ist, analysieren Vertreter der Behindertenbewegung und Autorinnen mit und ohne Behinderung neue und alte Ressentiments und Exklusionsmaßnahmen. Oliver Tolmein, Anwalt für Medizin- und Behindertenrecht, warnt vor den gesellschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Pränatal-Tests auf Down-Syndrom, der ab 2020 eine Leistung ist, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden (S. 6/7). Die Expertin Mela Eckenfels, die in ihrem Blog und auf Twitter regelmäßig Mainstream-Journalisten der Ahnungslosigkeit in Sachen Autismus und Ableism überführt, kritisiert die Pathologisierung von Leuten mit Asperger-Syndrom am Beispiel Greta Thunbergs (S. 2/3). Die Fotos, die das Heft illustrieren und Protestaktionen gegen Barrieren, Benachteiligung und Ausgrenzung zeigen, stammen von Picture Alliance und Gesellschaftsbilder, der »Fotodatenbank für neue Perspektiven« des Projekts »Leidmedien.de«, das sich für »Disability Mainstreaming« und gegen die klischeehafte Darstellung von Behinderung in den Medien einsetzt. literatur konkret 2019/20 enthält außerdem sieben Seiten Rezensionen aktueller Bücher.

 

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