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von konkret

»Wir müssen reden!« Unter diesem Titel wandte sich Rüdiger Mats im Augustheft gegen »die bisherige konkret-Debatte mit der Rechten«, in der immer nur zu lesen sei, dass »Nazis Nazis genannt« werden müssten, zu welchem Zweck, das bleibe »weitgehend unklar«. Die Redaktion versprach Mats und den Lesern eine Fortsetzung der Debatte in diesem Heft:

Warum müssen Nazis Nazis genannt werden? Sie müssen Nazis genannt werden, wenn und weil sie es sind. Die Funktionäre der AfD sind Nazis, angefangen bei ihrem moderat genannten Vorsitzenden bis zu seinen Poggenburgs und Höckes. Wer verlangt, den Teilnehmern am Vernichtungskrieg, den Mördern von sechs Millionen Juden und zwanzig Millionen Sowjetbürgern »Ehre« zu erweisen, wie Gauland das immer wieder tut, ist ein Nazi. Punkt. Wer sagt, »an einer bestimmten Stelle, zwischen 1933 und 1945« sei »die deutsche Geschichte völlig schiefgelaufen« – nicht etwa 1933, bei der Ermächtigung der NSDAP, der Einrichtung von KZs für Nazi-Gegner und der Ankündigung, dass Juda verrecken müsse, sondern vielleicht erst auf dem halben Weg hin zu 1945, etwa 1939, ein Jahr nach der noch nicht schiefgelaufenen »Reichskristallnacht«, ist ein Nazi. Wer seine Partei oder ihn, der das im Interview mit der Funke-Mediengruppe so ungeschönt offenbart wie Hitler seine mörderischen Pläne in Mein Kampf, wählt oder sonstwie fördert, etwa indem er an Demonstrationen teilnimmt, auf denen den übers Mittelmeer Flüchtenden im Chor ein »Absaufen! Absaufen!« zugerufen wird, ist ein Nazi. Und muss nicht zuletzt deshalb so genannt werden, weil es das einzige ist, was der Nazi und sein Umfeld fürchten. Wenn Politik und Medien gegen jede Beweislage darauf bestehen, dass hier »besorgte Bürger ihre Sorgen und Ängste« austoben, denken sie an ein Morgen, an dem ihre Karriere, wenn nicht ihr Leben an dem Daumen hängen, den ein Gauland oder eine Weidel über sie hebt oder senkt.

Der bislang größte Triumph der Nazis ist die nationale Erweckungsbewegung »Aufstehen«. Die Kolumne des konkret-Herausgebers darf als Erwiderung auf die gutgemeinten Einwände von Rüdiger Mats gelesen werden.

1920 organisierte die NSDAP eine Schlägertruppe, die Störer ihrer Veranstaltungen zu verprügeln hatte. Sie nannte sie »Saalschutz«, später wurde daraus die »Sturmabteilung« SA, aus dem ebenfalls für »Saalschutz« eingesetzten »Stoßtrupp Adolf Hitler« die »Schutzstaffel« SS. Es waren diese Vorbilder, nach denen die Nazi-»Wehrsportgruppe Hoffmann« 1974 ihren »Saalschutz« für ihre Kameraden der braunen Szene einrichtete. Im August 2018 beklagt die Redaktion des Kreuzberger Szenehefts »Bahamas«, das sich zugleich über ihre Einordnung als Nazi-Organ (durch Michael Schilling in konkret 7/18) beklagt, dass zu ihren Veranstaltungen »Saalschutz gegen Störungen« bereitgestellt werden müsse. Sie wird sich – wie sonst auch – dabei nichts gedacht haben.

 

Auch die Unis rücken weiter nach rechts, und zahlreiche AfD-Mitglieder werden auf Schülerinnen und Schüler losgelassen. Die Kulturredaktion von konkret sammelt rassistische, sexistische und dummdeutsche Statements von Lehrenden aller Art. Bitte senden Sie Zitate im genauen Wortlaut, mit Datum, Namen und Funktion des Dozenten / der Dozentin per Mail (redaktion@konkret-magazin.de) oder Brief an die Redaktion. Die Einsender/innen der zum Abdruck ausgewählten Zitate bleiben anonym.

 

Termine: Im Jahr des 80. Geburts- und fünften Todestags des Endreimpoeten, Schauspielers und konkret-Kolumnisten Horst Tomayer tragen seine Redakteurin Marit Hofmann, sein Schauspielkollege Christoph Hofrichter und sein Regisseur Fritz Tietz »Das Wort Hottes« weiter in die Welt: am 15. September um 20 Uhr im KaFF (Kultur auf Feld und Flur) im Gasthaus Dahlheimer, Ringstraße 1, 55758 Hottenbach. Interessierte Veranstalter melden sich bei der Redaktion. Die angekündigte Neuauflage von Tomayers legendärem Gedichtband German Poems in der Reihe konkret texte erscheint Mitte Oktober.

Mira Landwehr erklärt am 20. September an der TU Darmstadt (Hochschulstraße 1, Raum S1/03 23), warum Tierliebe und Menschenhass so nah beieinander liegen und warum Veganer/innen eine auffallende Affinität zu rechter Esoterik und Verschwörungstheorien haben.

Am 6. und 7. Oktober veranstalten die konkret-Autoren Thomas Ebermann und Thorsten Mense eine Arbeitskonferenz unter dem Titel »Bekenntnis zur Heimatlosigkeit« in der Roten Flora in Hamburg. Infos unter konkret-magazin.de.

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