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Die Deutschen und ihre Israelkritik.

Von Michael Schilling

Dass Antisemiten nicht Deutsch können, macht das Rätsel nicht einfacher. »Wann ist Israelkritik nicht antisemitisch?«, fragt der Berliner »Tagesspiegel« (Holtzbrinck). Die Hamburger »Zeit« (Holtzbrinck) antwortet: »Israelkritik ist nicht per se Antisemitismus. « Die Berliner Illustrierte »Cicero« weiß: »Der Grat zwischen legitimer Israelkritik und Antisemitismus ist schmal«, der »Spiegel« fragt zurück: »Israelkritik oder Antisemitismus?«

So geht es in unendlicher pressefreier Vielfalt in allen Blättern und Talkschauen drunter und drüber. Der Duden, der bekanntlich auch mehr deutsch ist als kann, hat das Adjektiv »israelkritisch« in seinen Kanon aufgenommen und erklärt die Bedeutung: »dem Staat Israel kritisch gegenüberstehend «. Nicht im Duden zu finden sind die Adjektive deutschlandkritisch, frankreichkritisch, ukrainekritisch und so fort. Jeder und jede (mit Ausnahme der Deutschen, die den Bemühungen jedweder israelischen Regierung, die Existenz der Juden zu sichern, für die nächsten tausend Jahre mit Maulhalten zu begegnen hätten) hat das Recht, Entscheidungen Netanjahus, Beschlüsse der Knesset, Entwicklungen der israelischen Gesellschaft zu kritisieren. »Israelkritik« aber meint mehr und ganz anderes: Kritik an der Existenz des jüdischen Staates. Und so ist das Wort Indikator eines bewussten wie des bewusstlosen Antisemitismus.

 

 

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