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Svenna Triebler:
Glaubt man der Website „Bayern gegen Linksextremismus“, dann ist es Zeit, eine Reisewarnung auszusprechen.

Waren Sie in letzter Zeit einmal in Bayern? Nein? Dann ein guter Rat: Halten Sie sich auch weiterhin fern. Wer glaubte, im Land von Brez’n und BMW sei die Welt noch in Ordnung, und die größte Gefahr bestehe darin, durch die kulinarischen Spezialitäten des Landes einen Cholesterinschock zu erleiden, muß sich nämlich eines Schlechteren belehren lassen: Das bayrische Innenministerium höchstselbst warnt neuerdings auf der eigens eingerichteten Homepage »Bayern gegen Linksextremismus« (www.bayern-gegen-linksextremismus.bayern.de) vor der Roten Gefahr, die selbst vor der Heimat von Franz Josef Strauß sel. nicht mehr haltmacht: »Insgesamt wurden 372 linksextremistisch motivierte Straftaten registriert. 172 davon waren Gewaltdelikte«, ist auf der Seite über das Jahr 2010 zu lesen. Genauer aufgeschlüsselt: 40 Maßkrug-Schlägereien, 23 Sexualdelikte (darunter fünf Vergewaltigungen), 374 Taschendiebstähle, ... – äh, nein, Verzeihung, das war die Kriminalstatistik vom letztjährigen Oktoberfest.

Doch die Website bietet nicht nur dramatische Zahlen, sondern auch Rat und Hilfe. Etwa besorgten Lehrkräften, die verdächtige Umtriebe auf dem Schulhof beobachten: »Verständigen Sie die Polizei, wenn Linksextremisten auf dem Schulgelände beziehungsweise im Umfeld des Schulgeländes Propagandamaterial verteilen. Nur dann können die verteilten Werbemittel auf strafrechtliche beziehungsweise presserechtliche Verstöße überprüft und der Vorfall polizeilich erfasst werden« – denn auch im nächsten Jahr muß die Schreckensstatistik ja wieder stimmen.

Noch mehr Service bietet eine interaktive Bayern-Karte, über die man sich per Mausklick Überblick über ungewaschene Chaoten in der Nachbarschaft verschaffen kann. Zwar nicht ganz so detailliert wie die Informationen der Kameraden von der »Anti-Antifa«, die üblicherweise ja auch gleich Namen und Wohnadressen mitliefern, aber doch ein nettes Angebot für alle, die wissen wollen, wo die Linkspartei, die Verfassungsfeinde von der VVN-BdA oder »Autonome« sich so rumtreiben. Wie etwa die Stadt Coburg. Die kündigte kurzerhand einer antifaschistischen Gruppe die Räumlichkeiten im städtischen Jugendzentrum, weil auf »Bayern gegen Linksextremismus« zu erfahren war, daß diese sich unter anderem auch gegen Burschenschaften engagiert und dies auch in szenetypisch verbalmilitanter Weise kundtut. So konnte wohl gerade noch einmal verhindert werden, daß beim nächsten Pfingsttreffen des Coburger Convents (siehe KONKRET 5/11) pflichtschlagende und farbentragende lupenreine Demokraten vom anarchokommunistischen Mob durch die Straßen gejagt werden.

Also noch einmal: Meiden Sie Bayern! Ihren nächsten Urlaub können Sie stattdessen ja im weitgehend linksextremistenfreien Mecklenburg-Vorpommern verbringen.

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