Aktuelles

tl_files/hefte/2019/abo0519start.jpg

To watch this video, you need the latest Flash-Player and active javascript in your browser.

Tomayers Video-Tagebuch

No-Go-Area Deutschland

Filmkritiken

Termine

von konkret

Schweinepriester

Nachtrag zur Titelgeschichte "Pfaffen, Pauker, Papas - eine schlagende Verbindung" (KONKRET 4/10), in der zu lesen war, "die sogenannten Würdenträger" der katholischen Kirche hätten sich nie damit abgefunden, daß viele Staaten die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller abgeschafft haben. Zwei Wochen später geiferte Ratzingers Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, die Nummer zwei der katholischen Kirche, etliche Psychiater und Psychologen hätten ihm gesagt, daß zwischen Homosexualität und Kindesmißbrauch "eine Verbindung" bestehe: "Das ist die Wahrheit, und das ist das Problem." Auf Bertones Vorlage holte sich Vatikan-Sprecher Federico Lombardi die Behauptung runter, die von der Glaubenskongregation in den vergangenen Jahren untersuchten Mißbrauchsfälle hätten ergeben, "daß sechzig Prozent der Mißbrauchsopfer des gleichen Geschlechts wie der jeweilige Täter" gewesen seien. Und so bekam wieder einmal Peter Hacks recht: "Die Glocke stört, es stört der Muezzin, / Man bringe sie zum Schweigen, die wie ihn."

Arme Irre

Hat bei der Aktion gegen die Vorführung des Films "Pourquoi Israël" von Claude Lanzmann ein Beteiligter seinem Antisemitismus in dem Ruf "Judenschweine" Luft gemacht oder nicht? Im Interview (KONKRET 5/10) hatte Lanzmann Gremliza widersprochen, der den Ausruf eine "dumme Erfindung" nannte. Gremlizas Argument: Weil der linke Antisemit größten Wert darauf lege, nicht als solcher erkannt zu werden, schimpfe er nie auf Juden, sondern immer nur auf Israel und die Zionisten. Diesem Argument scheint eine jüngste Meldung zu widersprechen:

Einer der Beteiligten an der gewaltsamen Blockade des Claude-Lanzmann-Films "Warum Israel" im letzten Herbst hat einem der damals angegriffenen Kritiker der Aktion auf offener Straße mit Mord gedroht. Bei dem Täter handelt es sich um Gernot H., ein Mitglied der "Tierrechts-Aktion Nord", der in der linken Szene als gefährlicher Schläger bekannt ist und häufig gemeinsam mit Aktivisten des "Internationalen Zentrums B5" agiert. Die Polizei hat bereits Ermittlungen wegen Bedrohung aufgenommen. Gegen H. läuft bereits ein weiteres polizeiliches Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, verübt einige Tage nach der Blockade gegen denselben Kinobesucher. In der Nacht zum Ostermontag versperrte H. diesem den Weg und bedrohte ihn mit den Worten: "Wenn ich wegen dir vor Gericht komme, kille ich dich. Das schwör' ich dir! Nimm mich ernst!" Der Bedrohte ist in der "Hamburger Studienbibliothek" und im "Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten" aktiv.

Alles klar? Nicht ganz. Auch die KONKRET-Redaktion und Gremliza, der vor Jahren in der Hamburger Uni nach einer Diskussion über Israel von einem Thälmann-Double bedroht und angespuckt worden war, weiß, daß es im Umkreis der antisemitischen Linken - wie überall - Leute gibt, die außer einer bösartigen Meinung auch nicht alle Tassen im Schrank haben. Daß da einer "Judenschweine" ruft oder "Wenn ich wegen dir vor Gericht komme, kille ich dich. Das schwör' ich dir! Nimm mich ernst!", zeigt ihn gerade nicht als Schüler von Norman Paech oder der "Jungen Welt", sondern als einen jener ubiquitären Idioten, die in jeder öffentlichen Auseinandersetzung nichts als eine Gelegenheit sehen, Aufsehen auf ihre Person und deren Macke zu lenken. Weshalb die KONKRET-Redaktion darauf verzichtet hatte, Aufhebens von dem speienden Thälmännchen zu machen.

Veranstaltungen

"Ihr dürft nicht mitspielen!" Alex Feuerherdt analysiert Hinter-, Ab- und Beweggründe der Sportboykotte gegen Israel: am 3. Mai um 19.30 Uhr in München, im Stadion an der Schleißheimer Straße Nr. 82; am 25. Mai spricht Feuerherdt gemeinsam mit Tilman Tarach unter dem Thema "Feindbild Israel - der ewige Sündenbock" über Flüchtlinge und Siedlungsbau im Nahen Osten: Frankfurt, Jüdische Gemeinde, Westendstraße 43, 19 Uhr (siehe dazu in der Printausgabe Seite 30).

Jens Hoffmann liest aus und spricht über "Das kann man nicht erzählen". ›Aktion 1005‹ - Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten(konkret texte 46/47; das Buch ist wieder lieferbar, siehe Anzeige auf Seite 34): am 4. Mai um 19 Uhr in Halle (Saale), Melanchthonianum, Universitätsplatz 8/9.

Am 8. Mai findet im Hamburger Polittbüro (Steindamm 45) eine gemeinsame Veranstaltung mit Dietmar Dath und Hermann L. Gremliza zur Vorstellung des neuen Dath-Buches - Deutschland macht dicht - statt: Beginn 20 Uhr.

Am 13. Mai bestreitet der Tote Salon einen Abend mit Horst Tomayer: Hamburg, Fleetstreet-Theater (Admiralitätsstraße 71), Beginn 20.30 Uhr.

Zurück