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von konkret

»Ich bin bereit anzutreten …«: Nun will auch Olaf Scholz (gemeinsam mit der Zählkandidatin Klara Geywitz aus Brandenburg) das Ende der SPD beschleunigen. Bis dahin hatten sich bereits Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und die sächsische Staatsministerin Petra Köpping, die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan und Schleswig-Holsteins SPD-Vize Ralf Stegner, die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange und der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens, die Umweltpolitikerin Nina Scheer und der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach, der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt Michael Roth und die NRW-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann sowie der 79jährige ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans Wallow als Einzelkandidat auf dem Friedhof der Kuschelpaare versammelt: »Der Tanker SPD ist im Sturm. Vielleicht sitzt er sogar fest im Treibsand und kann nicht vor und zurück. Notwendig ist, dass einer, wenn man im Sturm ist, die letzte Verantwortung trägt« (Wallow).

Das kann man in aller Seelenruhe den Kandidaten überlassen. Scholz etwa ist nicht nur einer, der Linke und Ausländer gern der Staatsgewalt ausliefert, er ist auch ein begabter Rohrkrepierer und deshalb vielleicht einfach der beste Kandidat.

Nachdem bereits in der »Süddeutschen Zeitung« zu lesen war, dass Andrej Angricks Studie »Aktion 1005«. Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen 1942–1945 »echte Grundlagenforschung« und seine Publikation eine »verlegerische Großtat« war (siehe konkret 3/19), behauptet nun die »Zeit«, es handle sich bei Angricks Untersuchung um »die erste umfassende Darstellung des Themas ›Aktion 1005‹«. Das ist falsch. Bereits 2008 war als umfangreicher konkret texte-Doppelband 46/47 Jens Hoffmanns Buch »Das kann man nicht erzählen«. ›Aktion 1005‹ – Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten erschienen; 2013 wurde die dritte, durchgesehene Auflage gedruckt. Hoffmanns Buch, so stand es in der Verlagsankündigung, »unternimmt erstmals den Versuch, die von Deutschen und ihren Helfern während des Zweiten Weltkriegs begangenen Massenverbrechen und die Verwischung der Spuren dieser Verbrechen im Zusammenhang darzustellen«. Angrick nimmt von diesem Werk nur im Vorwort kurz Notiz und erwähnt Hoffmanns Nachfolgeband zum Thema (»Diese außerordentliche deutsche Bestialität«. Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten. Augenzeugenberichte und Gespräche, konkret texte 60) nicht mal mehr in seiner Literaturliste. Hoffmanns Buch »Das kann man nicht erzählen« ist als vom Autor aktualisiertes und überarbeitetes E-Book weiterhin lieferbar (19,99 Euro); der Nachfolgeband ist auch als gedrucktes Buch noch zu haben (21 Euro).

Bei Klett-Kotta ist der Band Gespräche im Weltstaat. Interviews und Dialoge 1929–1997 erschienen, in dem der rechte Kommisskopp, Herrenreiter und Insektenkundler Ernst Jünger mit mehr oder weniger unbekannten Leuten über »Die Franzosen wissen einen Deutschen zu schätzen, der sich als solcher gibt« oder über »Ein Bruderschaftstrinken mit dem Tod« palavert. Einsamer Höhepunkt dieser drögen Angelegenheit ist ein Nachdruck des in konkret 12/82 veröffentlichten Gesprächs, das Horst Tomayer als Luis Trenker mit Jünger geführt hat und in dem, so Jörg Magenau, der den Casus in der »Süddeutschen« fehldeutet, Jünger angeblich »eine tiefenhumoristische Grandezza« entwickelt. Wie etwa an dieser Stelle:

Ah, da fällt mir auch grad der Name von Ihrem Film ein: »Berge in Flammen«, hab ich ein paar Mal gesehen, hat mir sehr gut gefallen. Auf mich hat der Goebbels keinen so großen Eindruck gemacht. Er hat ja zu mir gesagt, mir hätt’ er goldene Brücken gebaut, aber ich wär nicht drübergegangen. Da war ich aber ganz vernünftig, hahaha.  

Thomas Ebermanns Heimatliebe. Eine Entwurzelung (konkret texte 75) ist soeben in dritter Auflage erschienen. Bestellungen  willkommen.

Ein aufmerksamer Leser weist auf eine Verwechslung in Mira Landwehrs Artikel über die völkische Anastasia-Bewegung (konkret 8/19) hin: Die Anastasia-Siedler der Familie Krause und der NSU-Unterstützer Maik Eminger wohnen zwar beide in Brandenburg und beide in Grabow, nur nicht im selben, sondern in Grabow bei Blumenthal die einen und im 150 Kilometer entfernten Grabow/ Landkreis Potsdam-Mittelmark der andere; sie müssen sich nicht unbedingt kennen.

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