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Die Pfarrisäerin

Fritz Tietz über ein Personality-Magazine von Margot Käßmann

Der Erfolg sogenannter Personality-Magazine resultiert aus dem Versprechen, dass ihre prominenten Namensgeber die Inhalte mitbestimmen. Tatsächlich werden die Moderatorin Barbara Schöneberger, der Designer Guido Maria Kretschmer oder der Fußballer Jérôme Boateng in den Impressen der Magazine »Barbara«, »Guido« und »Boa« als redaktionelle Mitarbeiterinnen geführt. »Höchst bedenklich « findet das der Deutsche Journalisten- Verband (DJV). In den redaktionellen Strecken würden nämlich auch Produkte vorgestellt, an deren Vermarktung die Damen und Herren Namensgeber persönlich interessiert sein könnten. Es bestehe somit der Verdacht der Schleichwerbung, so der DJV-Justitiar Benno H. Pöppelmann.

Ein Name übrigens, der noch als Magazintitel zu haben wäre. Genauso wie Margot. Doch der Herder- Verlag hat sich für »Mitten im Leben« entschieden. Allein der irgendwie bedrohlich klingende Zusatz »Post von Margot Käßmann« verrät, welche Personality hinter der seit April monatlich erscheinenden »Zeitschrift« steht, wie Käßmann in ihrem Editorial die aus 16 getackerten Pappseiten bestehende Broschüre allen Ernstes bezeichnet. Da bereits im drittem Absatz ganz unverblümt ein etwas älteres und ein paar Zeilen später das brandaktuelle Produkt aus dem Hause der Glaubensunternehmerin erwähnt werden, kann man hier kaum von Schleichwerbung sprechen. Zumal das Schwerpunktthema der ersten Ausgabe zugleich ganz schamlos das ihres aktuellen Buches ist.

»Macht meines Vaters Haus zum Kaufhaus!«, forderte Jesus zwar gerade nicht von den Zeitungshändlern im Tempel, was aber »Deutschlands bekannteste Theologin« (»Focus «, NDR, »Neue Presse« et al.) und den aufs Abergläubische spezialisierten Verlag nicht daran hindern, genau das einmal mehr zu tun. Im Impressum, das sich klein unter den um so größer präsentierten Hinweis auf Käßmanns Website duckt, wird die Pfarrisäerin wohlweislich nicht genannt, dafür aber die wahrlich unchristlichen Abopreise. Bis zu 73,80 Euro im Jahr sollen und werden viele Schäfchen von der sonntäglichen Kollekte für Käßmann abzweigen.

Fritz Tietz (Autobahnpfarrer a. D.) 

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