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Daß Behörden und Geheimdienste in sozialen Netzwerken wie Twitter unterwegs sind, wird niemanden mehr überraschen. Mittlerweile geschieht dies, wie etwa im Falle der CIA, allerdings auch mal von einem offiziellen Account aus. »We can neither confirm nor deny that this is our first tweet«, lautete der erste offizielle Tweet des Anfang Juni gestarteten CIA-Twitter-Accounts, der bis dato knapp 200.000mal retweeted wurde. Ein gewisses mikroliterarisches Geschick der twitternden »Spione« im Umgang mit den 140 Zeichen läßt sich dort erkennen und ein gewisser Sinn für Humor. Mehr jedenfalls als bei ihren Kollegen vom FBI, deren erster Tweet bereits im Jahr 2008 abgesetzt wurde. Er verkündete kurz und knapp: »FBI Press Office is up and running on Twitter!« (mit bis heute mageren drei Retweets in dieser Hinsicht ein Flop).

Daß ein Geheimdienst, dessen beste Außenwerbung es bis dahin war, auf jede Außenwerbung zu verzichten, also möglichst unbemerkt vom Rest der Welt zu agieren, zu solcher Selbstdarstellung übergeht, wirkt auf den ersten Blick befremdlich. Andererseits weiß man spätestens seit Max Frisch, daß die beste und sicherste Tarnung immer noch die Wahrheit ist. Etwas Juxiges steckt jedenfalls in dem Umstand, daß weit über eine halbe Million Nutzer wiederum nun selbst der CIA folgen; es werden ja kaum lauter Firmenleute sein. Ob diese Sympathiewerbung letztlich anschlägt, bleibt abzuwarten. Mit jeder Menge positivem wie negativem Feedback für den Twitter-Auftritt der CIA innerhalb kürzester Zeit ist das im Netz Wichtigste, Aufmerksamkeit, jedenfalls mühelos erreicht worden.

Ähnlichen Erfolg beim social networking kann die Polizei Berlin für sich verbuchen, die ebenfalls Anfang Juni mit der Aktion »#24hPolizei« unter dem gleichnamigen Hashtag für Aufsehen im digitalen Dorf sorgte und dabei einen Tag lang auf Twitter von ihren Einsätzen bei Ruhestörungen,  Schlägereien, entwendeten Rollatoren im Märkischen Viertel oder einem vermißten Graupapagei berichtete. Die Werbeaktion, die zum Ziel hatte, den Nachwuchs anzusprechen, wurde als Erfolg gewertet: Immerhin sollen sich daraufhin knapp 40 Interessenten bei der Polizei beworben haben. Die Polizeitweets haben sich rasch etabliert; sie versorgen die Leser/innen nicht nur mit Textfragmenten aus dem Streifenalltag, sondern auch mit allerlei Lebensführungstipps (»Liebe Besucher*innen des #Karneval- DerKulturen, bitte denken Sie an IhrenSonnenschutz und genießen Sie lieber alkoholfreie Getränke«).

Und siehe: Das Internet macht hier ein altes Versprechen wahr – es verbindet. So kommt nun sichtbar zusammen, was (längst) zusammen ist.

– Autor: Fabian Lichter –

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