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Tomayers Video-Tagebuch

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Filmkritiken

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von konkret

In einem Bericht zur Tagung »Israel. Deutschland. Zwei Staaten. Keine Lösung.« (siehe Seite 32 ff.) stellt die »Jüdische Allgemeine« ihren Lesern eine »seltsame Spezies« vor: Die »proisraelische radikale Linke, in der Szene auch ›Antideutsche‹ genannt«, die sich da auf Einladung von KONKRET in Hamburg traf. »Herausgeber Hermann L. Gremliza gilt als so etwas wie der strenge und zuweilen schrullige, aber wegen seiner Verdienste geachtete Patenonkel all jener Linken, die sich zumindest über eines einig sind: Solidarität mit Israel und der Kampf gegen Antisemitismus sind notwendig.« Das führe bei der »antiimperialistischen Linken« zu oft »hysterischen und zuweilen sogar gewalttätigen « Reaktionen, zeige aber,

daß die Antideutschen wichtige Denkanstöße gegeben haben. Die Israelfeindschaft hat ihre Unschuld verloren, vor allem das nehmen antizionistische Linke den Antideutschen und jenen, die sie dafür halten, übel. Mittlerweile gibt es in jeder Strömung der Linken, von den Jusos bis zu den Anarcho-Syndikalisten, eine explizit proisraelische Fraktion; antiisraelische Aktivitäten wie die BDS-Kampagne (zum Boykott Israels) stoßen auf größeren Widerstand. Die Antideutschen mögen einen Hang zum Sektenhaften haben, wie ihnen auch von Wohlmeinenden gelegentlich attestiert wird: Völlig ohne realpolitische Wirkung sind sie nicht.

Auf einem anderen Blatt steht, der KONKRET-Herausgeber sei »der ausdauerndste indigene Antirassist der deutschen Gegenwartspublizistik«.

Das Blatt heißt »Frankfurter Allgemeine«. Autor: Dietmar Dath. Schrullig, indigen ... Wir sammeln.

 

In der aktuellen Ausgabe der »KMG-Nachrichten«, dem Verbandsorgan der Karl-May-Gesellschaft, kommentiert Albrecht Götz von Olenhusen Wenzel Storchs KONKRET-Studie über Speckpater, Papst und Petzi: Ebenso kundig in Sachen Arno Schmidt und Karl May erweist sich der Hildesheimer Filmemacher und Autor Wenzel Storch. Vor einiger Zeit kam ich unversehens zu der Ehre, eines seiner Bilderbücher zu besprechen … »Jeder nach seinen Fähigkeiten« eben – genauso heißt zufällig das … Prosastück von Wenzel Storch, das in Nummer 12/2013 der Zeitschrift KONKRET erschienen ist. In seiner profunden Perspektive auf Speckpater, Papst und Petzi sichtet er katholische und andere Comics und vergleicht den für Petzi-Reiseabenteuer eigens gegründeten Verlag mit dem Verlag von Carl May’s Gesammelte Reiseromane. Ein wenig humpelt oder hinkt der Vergleich wie so manches gefiederte Wesen in Entenhausen. Denn (Verleger Friedrich Ernst) Fehsenfeld wußte sich wohl zu hüten, Mays Werke zu beschneiden, zu verändern, zu kürzen oder sonstwie einzurichten – mag er sich es vielleicht bei den späten Romanen sehnlichst gewünscht haben … Die bunte Reihenfolge der hübsch kolorierten Petzi-Geschichten erschien in den fünfziger Jahren erheblich gekürzt, retuschiert, von Verlagsmitarbeitern ergänzt … Und man wird Storchs These zustimmen, daß so gut wie niemand eine Petzi-Geschichte zusammenfassen kann … Wir werden uns gleichfalls hüten, hier Petzi und Storch nachzuerzählen … Aber Petzi, das lernen wir von Wenzel Storch und Karl May, letzterer bekanntlich ebenfalls ein bescheidener Zeitgenosse, war immer von genügsamer Wesensart und zeigte vor allem in seinem Charakter, seinen Erlebnissen und überhaupt in allen Episoden stets den »Vorschein einer besseren Welt«.


Konkret texte proudly presents Band 61: Barbara Kirchner: Dämmermännerung. Neuer Antifeminismus, alte Leier. In ihrem Essay unterwirft die Professorin für Theoretische Chemie und Koautorin von Der Implex (zusammen mit Dietmar Dath) eine Emanzipation, die sich an den männlichen winners orientiert, einer radikalen Kritik: »Ich kenne ein paar dieser Sieger aus der chemischen Industrie, der Medienwelt, der Kulturschickeria, der Univerwaltung. Sie ernähren sich von Scheiße, ihre Beziehungen sind Mondlandschaften, sie fressen Muntermacher zum Dranbleiben und Hirntöter zum Abschalten. Wer darauf neidisch ist, wer in dieser Liga dieses Spiel mitspielen will, hat höchstwahrscheinlich einen schweren Dachschaden.« Feminismus endlich wieder auf einem Niveau, das nicht zum Fremdschämen zwingt.

 

Barbara Kirchner stellt ihr Buch am 1. Juni um 20 Uhr im Hamburger Golem, Große Elbstraße 14, vor.

 

Ebenfalls im Golem spricht Peter Bierl, Autor des konkret-texte-Bandes 57: Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn, am 18. Mai um 20 Uhr über falsche Kapitalismuskritik, Geldesoterik und den Fall Silvio Gesell.

 

Martin Jürgens liest am 3. Mai um 20 Uhr im Zimmertheater Rottweil, Friedrichsplatz 2, aus seinen »Neuen Hieroglyphen«. Anmeldung und Infos unter: www.zimmertheater-rottweil.de

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