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Wie ich einmal verteufelt wurde

16.04.2015 10:59

Fritz Tietz über den wohl bizarrsten Moment seiner Fernsehzuschauerkarriere, den er dem kürzlich verstorbenen Klaus Bednarz zu verdanken hat.

Foto: Heinrich-Böll-StiftungFoto: Heinrich-Böll-Stiftung

Klaus Bednarz hat mich einmal in der Anmoderation einer von mir produzierten „Monitor“-Glosse als Fritz Teufel anmoderiert. Ich saß damals daheim vor der Glotze, um mir die live ausgestrahlte Sendung samt meinem  Filmchen am Schluss anzuschauen, und war natürlich sauer; zumal es nicht das erste Mal passierte, dass einer meiner TV-Beiträge nicht unter meinem wahren Autorennamen angekündigt wurde. Natürlich entschuldigten sich Moderatoren und Redaktionen hinterher immer. Etwa für den "Bernd Tietz", wie ich einmal heißen musste, oder wenn sie, wie im Fall eines Films für „Panorama“, meinen Beitrag irrtümlich einem anderen Autor zugeschrieben hatten.

Auch Bednarz tat das, aber nicht erst Tage später per Telefon oder in einem kurzen Schreiben wie seine Kollegen und Kolleginnen, sondern umgehend und live im Fernsehen, indem er nämlich gleich zu Beginn von "Monitor nachgefragt", das im Anschluss an die Hauptsendung im WDR-Fernsehen lief, zunächst seinen Fehler berichtigte, um dann das Wort aus der Glotze heraus direkt an mich zu richten: "Lieber Fritz Tietz, wenn Sie uns jetzt zuschauen, entschuldigen Sie bitte die falsche Namensnennung ..." - ich weiß nicht mehr den Wortlaut seiner Abbitte. Aber ich weiß noch sehr genau, wie verdattert ich über seine direkte Ansprache war. Meine Frau, die neben mir auf dem Sofa saß, meinte, ich hätte sogar irgendwas stotternd geantwortet, so in der Art "okay, macht nichts" oder "schon gut", weil ich in diesem Moment nicht realisierte, dass Kommunikation übers TV-Gerät nur eingleisig verläuft.

Soviel zu meiner Begegnung mit dem großen und sehr geschätzten TV-Journalisten Klaus Bednarz, dem ich neben diesem wohl bizarrsten Moment in meiner Fernsehzuschauerkarriere auch einige schöne und gut bezahlte Glossenaufträge zu verdanken habe. Am 14. April ist er leider gestorben. Meine Verehrung, Herr Bednarz!

Fritz Tietz

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