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Update: Pressegrosso behindert Auslieferung von konkret 10/18

10.11.2018 08:40

Liebe Leserin, lieber Leser von konkret,

die Oktober-Ausgabe der Monatszeitschrift ist nicht am 28.9. in den Handel gekommen. Das Pressegrosso, Monopolist für die Auslieferung von Zeitschriften, weigerte sich, die Zeitschrift, die auf dem Titelbild die Schlagzeile „Deutschlands Nazis“ und den Untertitel „Die Schläfer erwachen“ mit Hakenkreuzen auf der Krawatte eines Nazi-Führers illustriert, auszuliefern. Begründung: „Der Gebrauch des Kennzeichens einer verfassungswidrigen Organisation verstößt gegen § 86 a StGB. Für den nicht politisch bewanderten, das Magazin nicht kennenden Beobachter ist nicht auf Anhieb eine eindeutige Gegnerschaft zu der Organisation und die Bekämpfung ihrer Ideologie zu erkennen.“

Das Gesetz, beschlossen, um die Werbung für nationalsozialistische Organisationen mit NS-Kennzeichen zu verhindern, wird hier gegen Kritiker und Gegner von Nazis in Stellung gebracht. (Zur Information über die rechtliche Bewertung des „Vertriebsverbots“ siehe die Stellungnahme des konkret-Anwalts Oliver Tolmein, die hier eingesehen werden kann.)

Heute, am 28.9., haben sich die Anwälte des Grossos nach Prüfung der Ausführungen unseres Anwalts entschlossen, das Heft für den Verkauf freizugeben, stellen es aber ins Ermessen der Grossisten, ob sie dies tun. Das bedeutet faktisch, dass das Heft nicht überall zu haben sein wird. Wir haben in unserer Not noch eine zweite Titelseite zum Überkleben an den Handel geschickt – ohne Hakenkreuze. Nach Aussage des Vertriebs MZV soll konkret jetzt ab dem 5.10. in der einen oder anderen Fassung im Handel erhältlich sein.

Den Verlag bedroht dieses Verbot in seiner Existenz. Unterstützen Sie uns und machen Sie einen zweiten Anlauf, um die Zeitschrift zu erwerben und die einzige linke Publikumszeitschrift der Bundesrepublik vor dem Aus zu bewahren.

Die Freigabe-Bestätigung kann hier heruntergeladen und ausgedruckt werden.

Update:

Die Ausgabe 10/18 war trotz Freigabe nicht an allen bekannten Verkaufsstellen erhältlich. Dies lag zum einen daran, dass durch das "Vertriebsverbot" teilweise eine sehr frühe Remission durchgeführt wurde und Hefte schlichtweg vernichtet worden sind, zum anderen daran, dass einige Händler/innen sich weiterhin weigerten, das Heft auszulegen. Ein herber Schlag für den Verlag, zumal die Oktoberausgabe die "dickste" des Jahres ist - mit dem beigehefteten 32-seitigen literatur konkret zur Frankfurter Buchmesse. Auch das von konkret-Grafiker Niki Bong gestaltete neue Layout des Hefts hat im Zuge des "Vertriebsverbots" weniger Aufmerksamkeit erhalten, als es verdient hätte.

konkret dankt sehr herzlich allen Spendern, Leserinnen, Unterstützerinnen, Journalistinnen und Kioskbetreibern, die durch ihr Engagement mit dazu beigetragen haben, dass die Ausgabe 10/2018 von konkret am Kiosk nicht vollkommen untergegangen ist.

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