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»Der 219a hindert mich an der Ausübung meines Berufs«

27.05.2019 15:53

Interview mit der verurteilten Ärztin Kristina Hänel über ihren Kampf für das Informationsrecht von Schwangeren und die Angriffe von »Lebensschützern«. Erschienen in konkret 3/19.

konkret: Sie beschreiben in Ihrem Tagebuch einer Abtreibungsärztin den Verlauf der Angriffe gegen Sie, Ihren Umgang damit und die Ereignisse, die ins Rollen kamen. Sie und der Kampf gegen den Paragrafen 219a bekommen so eine noch breitere Öffentlichkeit. Ist das Buch für Sie eher ein Mittel zur Aufarbeitung der letzten Jahre oder zur Destigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen?

Kristina Hänel: Sicher musste das Geschehene »raus«, und das Schreiben war auch ein Mittel, das Ganze zu verarbeiten. Dann kam aber recht schnell wieder der Gedanke, der auch hinter meinem ersten Buch (Die Höhle der Löwin. Geschichten einer Ärztin über Abtreibung, erschienen unter dem Pseudonym Andrea Vogelsang im Ulrike-Helmer- Verlag) steht: meine Inhalte in meinen Worten in die Welt zu tragen. Inzwischen werde ich oft weniger als Person denn als »Heldin« wahrgenommen, genauso, wie ich früher die Paria war. Es geht mir um den Umgang mit der Klage gegen mich, aber auch um Destigmatisierung und vor allem um das Leben der Frauen, das ich verbessern möchte. Dadurch, dass ich es öffentlich mache, wird der Gesellschaft bewusst, wie sie beim Thema Abtreibung eigentlich mit den Frauen umgeht.

 Rechte und christliche Fundamentalisten haben Sie angefeindet, für Teile der Presse sind Sie die »Abtreibungsärztin«, als ob Sie sonst nichts anderes tun würden.

 Ich benutze diesen Begriff  ja selbst. Ich schreibe im Buch darüber, wie es mir damit geht, dass mich inzwischen alle so nennen.

Also quasi eine Aneignung?

 Genau. Durch den Begriff wird auch die politische Dimension der Sache greifbarer: Ich bin Ärztin, ich mache Abbrüche.

Durch die Anzeigen des christlichen Fundamentalisten Klaus Günter Annen und von Yannick Hendricks sind Sie einerseits zu einer Person des öffentlichen Lebens geworden, andererseits haben die Drohungen gegen Sie zugenommen.

Die ersten beiden Anzeigen waren von Annen, der mich insgesamt viermal angezeigt hat. Die Anzeige, die das Ganze ins Rollen gebracht hat, war die von Hendricks.

 Der offen sagt, es sei sein Hobby, Abtreibungsärztinnen anzuzeigen. Wie geht man mit den Drohungen um?

Die politische Antwort ist: Ich führe seit 30 Jahren Abbrüche durch und habe dementsprechend lange mit den Gegnern zu tun. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass in dem Moment, in dem meine Stimme mächtiger wird, die Frauen, die ich vertrete, mächtiger werden, und dann müssen die Abtreibungsgegner agieren. Gewalt – Macht ist auch immer eine Form von Gewalt, obwohl ich selbst durch mein Sprechen keine Gewalt ausgeübt habe – erzeugt Gegengewalt. Das ist für unsere Gegner schon bedrohlich, wenn wir bestimmte Inhalte artikulieren. Die persönliche Antwort: Jetzt bin ich in einer anderen Situation als früher. Als junge Frau und Mutter war ich viel verletzlicher. Es ist bedrohlich, wenn solche E-Mails kommen. Da kriegt man auch Angst, aber man darf sich davon nicht leiten lassen.

Hätten Sie damit gerechnet, dass gerade dieser Fall jetzt derartige Wellen schlägt, bis hin zu einer grundlegenden Debatte um den Paragrafen 219a?

 Damit habe ich im Leben nicht gerechnet, auch nicht mit der internationalen Dimension. Obwohl die Abtreibungsgegner zu Kongressen überall auf der Welt kommen, auf denen ich bin, und ich für die europaweit eine VIP bin. Ich dachte nur, ich müsste jetzt öffentlich streiten, ich kann das nicht mehr für mich behalten. Mir war auch nicht bewusst, wie schwierig die Situation bundesweit ist.

 Sie haben sich mit Kolleginnen vernetzt und breite Solidarität erfahren.

 Ich kannte das aus meiner Zeit bei Pro Familia. 2001 hat sich das medizinische Team, zu dem ich gehörte, wegen inhaltlicher Differenzen von Pro Familia getrennt, womit dieser Rückhalt wegfiel, ich hatte nur noch internationalen Rückhalt. Dann hat sich das schlagartig geändert. All die Ärztinnen, die angezeigt oder verurteilt worden waren, waren plötzlich da, wir sind eine Gemeinschaft.

Auch »Bild« hat sich gerade für »Lebensschutz « stark gemacht. Wir erfahren einen enormen Backlash, der sich auch in Frauenfeindlichkeit manifestiert. Inwieweit wirkt sich das auf die Debatte um Sie und 219a aus? Häufen sich die Angriffe?

Früher wollte ich in Interviews nicht darüber sprechen. Als ich dann die erste rein rechtsradikale Mail bekam, in der es gar nicht mehr um Abtreibung ging, merkte ich, dass die Abtreibungsgegner sich mit den Rechten vernetzen. Hendricks hat auch Kontakte in völkischen Kreisen. In Interviews mit ausländischen Medien komme ich nicht umhin, den deutschen Faschismus zu thematisieren. Den Zusammenhang kann man nicht leugnen.

Den Paragrafen haben die Nazis wieder eingeführt, nachdem er in der Weimarer Republik abgeschafft worden war, er ist Ausdruck eines nationalsozialistischen Mutterbildes: Man hat den eigenen Körper gefälligst dem deutschen Volk zur Verfügung zu stellen.

 Im Richterspruch gegen die letzte zum Tode verurteilte »Engelmacherin« hieß es: »So hat der Staat doch die Verpflichtung, den zukünftigen Bürger in der Frau zu schützen.«

 Ist diese Entmündigung der Frau nach wie vor virulent?

Ja. Vor allem, weil der Widerstand fehlt. Die Frauen hätten schon längst sagen können: »Mit der Situation können wir so nicht leben, wir haben keinerlei Abbruchmöglichkeiten. « Aber es scheint das größte Tabu, über Abtreibungen zu sprechen. Eine Reporterin des Bayerischen Rundfunks berichtete, dass sie zu jedem erdenklichen Thema, ob Impotenz oder Missbrauch, Gesprächspartner  findet, aber zu Abtreibung niemanden. Die Frauen sind da offenbar sehr mit sich selbst beschäftigt, und es ist für sie oft ein schwieriges Thema. Mit Aussagen wie »Ich habe abgetrieben, und mir ging es danach beschissen, weil die Umstände so beschissen waren« oder »Meine Mutter ist an einem Abbruch gestorben« ist es viel schwieriger, auf die Straße zu gehen als zum Beispiel im Kampf für das Frauenwahlrecht damals. Der Kampf gegen 219a war zuerst eine Sache weniger Ärztinnen.

 Die Kehrseite der Medaille: Einerseits sensibilisiert man öffentlich für das Thema, andererseits kriegen immer mehr Arschlöcher mit, wie man Ärztinnen und Ärzten mit diesem Paragrafen das Leben schwermachen kann.

Es hat schon immer die Verurteilungen der Frauen gegeben, die Abtreibungen durchgeführt haben, und derjenigen, die dabei geholfen haben. Die Bestrafungsansätze waren und sind beide gleich wirksam.

Seit 2005 hat sich die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte, die Abbrüche durchführen, halbiert. Stellenweise ist die Situation katastrophal – wie in Niederbayern, wo es nur einen einzigen, inzwischen 70jährigen Arzt gibt, der abtreibt. Woran liegt das?

Um 2005  fing das mit den Anzeigen an. 2004 begannen Abtreibungsgegner, mich per Fax aufzufordern, die Information über Abbrüche von meiner Website zu nehmen. Davon haben sich einige einschüchtern lassen. Ältere wie ich haben aus einer politischen Erfahrung seit den Siebzigern heraus gesagt: Das soll nicht mehr illegal ablaufen. Jüngere haben diese Erfahrung nicht mehr. Und meine Generation geht jetzt in Rente.

 Es ist so absurd, dass etwas derart Banales wie mein Recht auf meinen Körper ein Politikum ist. Es sagt so viel über die 2019 herrschenden Verhältnisse aus, dass wir diesen Kampf immer noch führen müssen. Seit 100 Jahren!

Seit über 150 Jahren. Obwohl: Was Sie beschreiben, ist das Grundproblem des Paragrafen 218. Hier geht es ja nur um 219a, deswegen auch diese breite Mehrheit in der Bevölkerung, die nicht einsieht, dass Ärztinnen und Ärzte nicht informieren dürfen – weil der Embryo das höhere Wesen sei. Es geht handfest um die Gesundheit der Frau.

 Wie beurteilen Sie den Reformversuch des Paragrafen 219a? Nun soll die Ärztekammer Listen veröffentlichen dürfen.

Die momentane Rechtslage ist, dass jeder Listen veröffentlichen darf, solange er selber keine Abbrüche durchführt. Das ist schon längst rechtens. Wir haben im Dezember 2017 neutrale Listen nach Hamburger Vorbild gefordert, um die Situation zumindest ein bisschen zu verbessern. Inzwischen wird so getan, als würden diese Listen das Problem 219a lösen, aber das tun sie nicht. Es ändert nichts daran, dass eine staatliche Zensurbehörde Menschen daran hindert, ihre Arbeit durchzuführen. Das ist deutschland- und europaweit einzigartig. Die neue Einigung bedeutet nur, dass Ärztinnen jetzt doch darüber informieren dürfen, dass sie Abbrüche machen. Weitere Informationen sind nicht erlaubt. Meine Website bleibt weiterhin strafbar. In der Debatte hat sich die sehr emotional argumentierende »Lebensschutz «-Fraktion durchgesetzt. Emotional werden komischerweise gerne Männer, die nichts mit der Sache zu tun haben. Wieso wird die Debatte um 219a nicht sachlich geführt? Psychologisch ist ein Schwangerschaftsabbruch mit existenziellen Themen verknüpft: Leben, Tod und Sexualität. Bei jeder Schwangerschaft verschmelzen Eizelle und Samenzelle, deshalb ist immer ein Mann beteiligt. Es gibt natürlich sehr viele Männer, die nicht einmal wissen, dass sie Verursacher einer ungewollten Schwangerschaft und eines Abbruchs waren. In Deutschland treibt jede dritte Frau ab, also haben wir alle mit dem Thema zu tun.

Für mich ist diese Debatte um die Kontrolle des weiblichen Körpers grundlegend feministisch. Halten Sie die Betonung des Feminismus für wichtig oder abschreckend?

Frauen haben Soldaten für den Kaiser oder für die Faschisten geboren, das hatte eine machtpolitische Ebene. Das Wort Patriarchat kommt vom pater familias, der die Verfügungsgewalt über den weiblichen Körper und den Fötus hatte. Dann sind da noch die Machtinteressen der Kirche, es sind mehrere patriarchale Faktoren, die ineinander spielen. Gerade werfen mir auf Twitter Transpersonen vor, ich würde Transmänner ausschließen. Ich habe bisher keinen Mann hier zum Abbruch gehabt, deswegen ist es in meiner Realität noch nicht vorgekommen. Nicht mehr explizit von Frauen zu sprechen, nimmt die politische Dimension weg. Ich habe da noch keine Lösung.

Außerdem ist der Paragraf explizit frauenfeindlich, schwangere Transmänner sind in dieser binären Weltsicht gar nicht eingeschlossen. Ich befürchte, dass das Frauenspezifische zu kurz kommt, wenn man nur von Schwangeren spricht.

So habe ich das gesehen, bis ich den ersten Transmann kennengelernt habe. Ich habe mich gefragt: Werden Transmänner so oft vergewaltigt wie Frauen? Ich bin auf eine Reportage zu Transmännern im Gefängnis gestoßen, die dort ohne Ende vergewaltigt werden. Dann gibt es natürlich den einen oder anderen, der schon einmal einen Abbruch hatte. Ich bin Sprecherin für diejenigen, die zu mir kommen, und wenn der erste Transmann von mir einen Abbruch will, werde ich für den kämpfen wie für alle anderen.

Wie kann man gegen die Stigmatisierung von Abbrüchen vorgehen? In der bayerischen Provinz ist man untendurch, wenn man einen Abbruch durchgeführt hat.

Ironischerweise hat Hendricks dafür gesorgt, dass das Thema in Deutschland nicht mehr ganz so tabuisiert ist. Seit den Anzeigen wollen reihenweise Studierende, Ärzte und Ärztinnen von mir Abbrüche lernen. In mehreren Städten gibt es die Gruppe Medical Students for Choice, die dafür sorgt, dass Abbrüche in die Ausbildung aufgenommen werden. Dass eine Fachzeitschrift einen Artikel über medikamentösen Abbruch veröffentlicht, wäre vor zehn Jahren nicht denkbar gewesen. Auf jeder Veranstaltung, auf der ich bin, gibt es mindestens zwei Frauen, die von ihren Abtreibungen erzählen.

Eine befreundete Ärztin hat mir erzählt, dass Abbrüche während des Grundstudiums nicht gelehrt werden. Wie wird das Thema im Studium behandelt?

Anhand ethischer und religiöser Aspekte. Auch Dozierende haben Angst vor 219a. Da sitzen Abtreibungsgegner im Publikum und zeigen den Dozenten an, wenn der über medizinische Aspekte referiert hat. Dabei gehören Abbrüche in ihrer medizinischen Dimension genauso behandelt wie alle anderen Themen.

Statt dessen werden Mythen wie das »Post Abortion Syndrome« verbreitet, das laut dem neuen Gesetzesentwurf weiter erforscht werden soll.

Wenn es diese Krankheit gäbe, wäre sie im internationalen Katalog der Krankheiten aufgeführt. Da wurde nicht inhaltlich diskutiert, sondern politisch. Das zeigt, wie unausgereift und unsachlich dieser Entwurf ist. Da werden Fake News verbreitet. Die Studienlage sagt, dass eine niedrige Anzahl von Abbrüchen durch eine liberale Gesetzgebung und Zugang zu sicheren Abtreibungen zu erreichen ist. Wenn Seiten wie »Babykaust.de« erlaubt sind, die sachliche Information von Ärztinnen aber nicht, haben wir ein Informationsungleichgewicht.

 Hat sich die Debatte durch diese einfachere Verbreitung von Fake News durch das Internet verschoben?

Erst dachte ich, dass die Abtreibungsgegner internettechnisch so versiert sind, dass sie diese ganzen Seiten zu Abbrüchen besetzt haben. Dann  fiel mir auf, dass das alles am 219a liegt: Diejenigen, die sachlich informieren wollen, dürfen es nicht; Frauenfeinde und Abtreibungsgegner betreiben die einschlägigen Websites. Ohne das Internet hatten sie diese Möglichkeit nicht, ihre eigene Meinung so prominent zu setzen.

 Was muss juristisch passieren, damit die Repressionen gegen Ärztinnen und Ärzte aufhören?

 Wir brauchen das Informationsrecht für Schwangere. Der 219a ist der Verursacher jener Missstände, unter denen Frauen zu leiden haben. Er hindert mich an der Ausübung meines Berufes, nämlich Frauen aufzuklären, und er verhindert Patientinnenschutz.

 Haben Sie eigentlich einen längeren politischen Werdegang?

Politisiert hat mich vor allem meine Arbeit bei Pro Familia und dann zu sexueller Gewalt bei Wildwasser. Bei diesem Thema kommt man nicht umhin zu realisieren, dass das kein individualpsychologisches Problem ist, sondern eine Struktur im System.

 Inwieweit kann man das aufbrechen?Ändert sich da etwas?

 Als ich damals Wildwasser Gießen gegründet hatte, kam ich mit dem Thema sexuelle Gewalt an die Uni, nachdem Studierende auf mich zugekommen waren. Es gab keine Fachliteratur dazu. Da habe ich zehn Jahre an der Uni gelehrt, und dann hat sich das in allen Bereichen etabliert. So wird das auch mit dem Thema Abbruch gehen.

 Das hoffe ich sehr. Aber sobald feministische Kämpfe ausgetragen werden, gibt es einen krassen patriarchalen Backlash.

 In dem Moment, wo sie die Macht verlieren, bäumen sie sich auf. Ein getroffener Hund bellt. Oder sie gehen zum IS, weil sie dort Frauen vergewaltigen und Waffen in der Hand halten dürfen. Wenn das Männlichkeit sein soll! Eigentlich wollte ich über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz promovieren. Wenn in einem Unternehmen auf mittlerer Ebene ein Mann und eine Frau in der gleichen Position sind und befördert werden könnten, fängt der Mann an, die Frau sexuell zu diskriminieren. Es ist ein Unterdrückungsmechanismus. Auch an der Uni, bei der Polizei, in Prüfungssituationen … Doktorväter gehen scheinbare Liebesbeziehungen mit ihren Studentinnen ein, missbrauchen also die Macht, was dazu führt, dass die Frau die Promotion oder Habilitation nie beendet. Es ist ein systematischer Versuch zu verhindern, dass Frauen stärker werden. Aber das wird man nicht aufhalten können.

Für mich hat die #metoo-Bewegung einen Stein ins Rollen gebracht.

Für mich ist das ein Stein in der Debatte. Wir hatten in der Frauenhausbewegung die Thematisierung von Gewalt in der Beziehung, dann die Missbrauchsdebatte, und jetzt kommen die sexuellen Übergriffe unter Kollegen – und die Abtreibung. Auch beim Thema Sexkauf geht gerade was los. Es ist ja nicht einmal sichergestellt, dass Frauen selbstverantwortlich für die Sexualität sind. Und die sollen nachher austragen? Da ist der Machtmissbrauch von vornherein angelegt. Solange das der Staat nicht regelt, braucht er mit mir über gar nichts zu reden.

 Da ist der weibliche Körper an sich schon nur Ware für den Mann. Der Machtmissbrauch ist von den meisten Freiern intendiert, die wollen den Frauen Gewalt antun. Und Teile der Linken verharmlosen oder glorifizieren Sexarbeit. Da spricht man über die vielleicht zwei Prozent, die das selbstbewusst machen.

Dann gibt es noch diesen neuesten Trend, da hatten wir auch Fälle: Männer, die ohne Konsens beim Sex das Kondom abziehen.

Stealthing. Wenn Sie ein Gesetz zu Abbrüchen und der Information darüber erlassen könnten, wie würde das aussehen?

 Ich würde mir das kanadische Modell wünschen. Da gibt es keine Straftatsregelung, Abbrüche bezahlt die Krankenkasse – wurden sie bis zur Wiedervereinigung in Deutschland auch. Frauen müssen freien Zugang zu Verhütung haben, und die Gesellschaft muss kindergerecht sein.

 Interview: Veronika Kracher

 Kristina Hänels Buch Das Politische ist persönlich. Tagebuch einer Abtreibungsärztin erscheint am 18. März im Argument-Verlag (220 Seiten, 15 Euro).

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