Aktuelles

tl_files/hefte/2019/abo0919start.jpg

To watch this video, you need the latest Flash-Player and active javascript in your browser.

Tomayers Video-Tagebuch

No-Go-Area Deutschland

Filmkritiken

Termine

Aus aktuellem Anlass

NO-GO-AREA-EM-SPEZIAL

04.07.2012 11:10

9. Juni, Vorrundenspiel Deutschland-Portugal (1:0)

In Rodgau bei Offenbach (Hessen) versammeln sich nach dem Spiel etwa 200 Deutschlandfans. Etwa 40 von ihnen brennen Feuerwerkskörper ab, beschädigen Laternen und Gebäude, beleidigen und beschimpfen andere Anwesende und Polizeibeamte, bespritzen sie mit Bier und werfen Flaschen. Dadurch gibt es mehrere Verletzte.

Quelle: „Offenbach Post online“

 

In Berlin meldet die Polizei „überwiegend friedliche“ Public Viewings mit „lediglich“ 45 Festnahmen während der Übertragung, unter anderem wegen Körperverletzung, Verstoßes gegen die Sprengstoffverordnung und gegen das Waffengesetz. Nach dem Spiel kommt es bei Feiern mit rund 1.000 Teilnehmern am Kurfürstendamm zu Angriffen auf Polizeibeamte. 

Quelle: Pressemeldung der Polizei

 

In Hannover demolieren Unbekannte nach dem Spiel 22 Autos. Sie reißen Scheibenwischer und Rückspiegel ab und beschädigen den Lack.

Quelle: „Bild“

 

In Bad Essen (NRW) greifen drei Neonazis nach dem Spiel drei andere Gäste eines Public Viewings auf dem Kirchplatz an. Einen der drei verletzen sie massiv mit Schlägen, die anderen bedrohen sie mit Messern.

Quelle: „Osnabücker Zeitung“

 

Teilnehmer eines Autokorsos im Landkreis Erding bei München bewerfen Rettungskräfte und Polizeibeamte mit Gegenständen.

Quelle: „Merkur online“

 

In Baden-Württemberg verursachen Fangruppen Unfälle, provozieren Auseinandersetzungen und errichten Blockaden. In Stuttgart verletzen sie zwei Personen dabei schwer, mehrere leicht. Sie beschädigen aus großen Gruppen heraus Gebäude und andere Gegenstände: In Kirchheim (Kreis Esslingen) überfährt ein aggressiver Deutschlandfan einen 17jährigen Feiernden und verletzt ihn schwer. Im Kreis Göppingen finden insgesamt zehn Public-Viewing-Events mit etwa 6500 Fußballfans statt. Hier berichtet die Polizei von Auseinandersetzungen, Blockaden und Sachbeschädigungen mit drei Verletzten mit Schnittwunden und Prellungen.

Quelle: Pressemeldungen der Polizei

 

15. Juni

Vor dem Spiel Deutschland-Dänemark am 17. Juni durchsucht die Polizei die Wohnung eines 49jährigen Nazis in Berlin-Steglitz; der Mann hatte auf Facebook aufgerufen, „den Polenpennern ins Gehirn zu treten“. Er gesteht und bleibt auf freiem Fuß.

Quelle: dapd

 

18. Juni

Nationalspieler Mesut Özil stellt Strafanzeige gegen Unbekannt wegen rassistischer Äußerungen auf Twitter. Der oder die Betreiber des Accounts „@PiratenOnline“ hatte(n) massiv gegen Özil und andere Spieler der DFB-Elf mit nicht-deutschen Wurzeln gehetzt. Das Profil wurde von Twitter nach zahlreichen Meldungen anderer User suspendiert; die Piratenpartei betont, es habe sich nicht um einen Account der Partei gehandelt.

Quelle: „Welt“

 

21. Juni

Sogar CSU-Innenminister Hans-Peter Friedrich, in diesem Amt auch für den Sport zuständig, distanziert sich vom Verhalten deutscher Zuschauer in den Stadien – aus Sorge um den Ruf Deutschlands. Friedrich sagt über die „Sieg!“-Rufe des Publikums und das Zeigen der Reichskriegsflagge: "Als deutscher Patriot schäme ich mich, wie diese Leute unser Ansehen in Europa und der Welt versuchen zu beschädigen."

Quelle: „Handelsblatt“

 

22. Juni, Viertelfinale Deutschland-Griechenland (4:2)

Security-Mitarbeiter verweigern dunkelhäutigen Jugendlichen den Zugang zum Public Viewing in Neuwied (Rheinland-Pfalz). Mehrere Betroffene berichten übereinstimmend, sie seien, teils ohne Begründung, teils mit dem Kommentar „Weil du schwarz bist“, nicht auf das Gelände gelassen worden; ein weiterer Jugendlicher wurde aufgefordert, „zwei deutsche Gedichte aufzusagen“, um eingelassen zu werden.

Quelle: „Zeit online“

 

In der Danziger Innenstadt rufen 50-60 deutsche Fans Naziparolen. „Bild“-Schlagzeile am selben Tag: „Heimspiel in Danzig“.

Quelle: Netz gegen Nazis, „Bild“

 

Auf der Berliner Fanmeile grölen etwa 20 Personen rassistische Parolen. Ordner oder Umstehende greifen nicht ein.

Quelle: „Zeit online“

 

Nach dem Spiel schwenken Feiernde in Essen die Reichskriegsflagge, Teilnehmer eines Autokorsos drücken ihre Zustimmung durch Hupen und Jubeln aus. Als Studierende die Flagge entwenden, werfen ihnen die Fans Flaschen hinterher und erstatten Anzeige wegen Diebstahls. Weil dabei Rufe wie "Deutschland den Deutschen" und "Sieg Heil" gebrüllt werden, erfolgt eine Gegenanzeige wegen Volksverhetzung.

Quelle: „Zeit online“

 

Im Blog „Publikative.org“ berichtet der Autor Florian Schubert, der deutsche Fans in der Ukraine begleitet hat, von zahlreichen faschistischen Slogans und Symbolen. Thor-Steinar-Kleidung ist laut seinem Bericht ebenso verbreitet wie Trikots mit der Nummer 88; wiederholt zeigen Fans den Hitlergruß und stimmen Nazi-Fangesänge an. Der komplette Bericht ist unter http://www.publikative.org/2012/06/22/eine-u-bahn-von-lemberg-bis-nach-auschwitz/ nachzulesen.

Quelle: Publikative.org

 

25. Juni

Die UEFA verurteilt den DFB zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro wegen des Verhaltens deutscher Fans beim Spiel Deutschland-Dänemark. Diese hatten im Stadion ein Banner mit der Aufschrift „Gott mit uns“ gezeigt; dieses Motto war auf der Gürtelschnalle der Wehrmachtssoldaten eingraviert. Außerdem sollen die Zuschauer „unangemessene Gesänge“ angestimmt haben. Was genau gesungen wurde, ließ sich nicht in Erfahrung bringen.

Quelle: „Hamburger Abendblatt“

 

28. Juni, Halbfinale Deutschland-Italien (1:2)

Bereits vor dem Anpfiff wird ein Mann in Castrop-Rauxel aus einer Halle verwiesen, in der das Spiel gezeigt wird, weil er den Hitlergruß gezeigt hatte.

Quelle: „Der Westen“

 

Auf dem Weg zur Fanmeile in Berlin zeigen „ganz normale“ Mädchen in schwarzrotgelben Blümchenketten den Hitlergruß, grölen „Sieg Heil“ und „Ausländer raus“.

Quelle: „Zeit online“

 

In Wuppertal (NRW) setzt die Polizei Pfefferspray und Straßensperren ein, um mehrere hundert deutsche und italienische Fans zu trennen, die nach dem Spiel auf einer Brücke im Stadtteil Elberfeld aneinandergeraten waren. Es gibt mehrere Verletzte. In der gesamten Wuppertaler Innenstadt kommt es zu Angriffen auf Italien-Fans; die Feiernden werden unter anderem mit Spaghetti beworfen und mit rassistischen Parolen beschimpft. Rund 300 Deutsche versuchen, eine riesige italienische Fahne an sich zu bringen, die von ca. 100 italienischen Fans präsentiert wird. Insgesamt gibt es in Wuppertal 27 Festnahmen, eine davon wegen verfassungsfeindlicher Äußerungen.

Quelle: „Der Westen“

 

In der Innenstadt von Göttingen (Niedersachsen) rufen mehrere Personen „Heil Hitler“ und bedenken feiernde Italiener mit „Verreckt, ihr Juden!“-Rufen. Umstehende reagieren mit Gleichgültigkeit.

Quelle: Augenzeugenbericht

 

In Marl (NRW) versammeln sich ca. 60 Deutschland-Fans auf der Straße, bedrohen eine Gruppe vorbeikommender feiernder Italiener und bewerfen die angerückte Polizei mit Flaschen.

Quelle: „Der Westen“

 

Betrunkene Fans ins Gladbeck (NRW) schaukeln ein von ihnen aufgehaltenes Auto und trommeln auf dieses ein. Als der Fahrer des Autos aussteigt, um sich zu beschweren, schlägt einer der Betrunkenen mit einem Teleskopschlagstock auf ihn ein. Die Täter werden kurz darauf festgenommen.

Quelle: „Der Westen“

 

In Wolfsburg versuchen deutsche Fans, einen Autokorso von Italienern zu blockieren. Die Polizei nimmt mehrere Personen in Gewahrsam.

Quelle: Indymedia linksunten

 

In Lübeck schlagen deutsche Fans auf feiernde Italiener ein, die daraufhin von der Polizei eskortiert werden.

Quelle: Indymedia linksunten

 

Die Polizei in Kassel nimmt eine Frau fest, die italienische Fans mit Pfefferspray attackiert hatte. Auch der Freund der Frau wird festgenommen, weil er bei ihrer Festnahme die Beamten angreift.

Quelle: Indymedia linksunten

 

Auf Facebook und Twitter verbreiten User massenhaft rassistische Kommentare über den schwarzen italienischen Nationalspieler Mario Balotelli, der die beiden Siegtore erzielt hatte. Auch die Kommentarspalten der großen Medien füllen sich mit rassistischen Beleidigungen. Die Tagesthemen-Redaktion wird mit wütenden Anrufen und E-Mails überschwemmt: Die Zuschauer empören sich über den deutsch-italienischen Moderator Ingo Antonio Zamperoni, der beim Stand von 2:0 für Italien Dante zitiert hatte: „Möge der Bessere gewinnen“.

Quelle: Netz gegen Nazis

Zurück

Ins Archiv

Ins Archiv der konkret-News geht es hier entlang.