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Literatur Konkret Nr. 34

2009/2010

Heißer! Wilder! Schärfer! - Das Neueste von der Sexfront

Erscheinungsdatum: 25.09.2009, eingeheftet in KONKRET 10/09.

KONKRET? Gibt’s das noch? Früher hab ich das auch gelesen.« Das Früher der älteren Herren sind die Jahre, in denen KONKRET mit allerlei Onanierhilfen und Titelzeilen wie »Mögen Frauen Vergewaltigung?«, »Was Mädchen weich macht – Rezepte für Männer« oder »Machen Miniröcke dumm?« für Absatz gesorgt hatte. Der Lyriker Peter Rühmkorf war noch in seinen letzten Lebenstagen stolzer Theoretiker dieses vom ihm erfundenen Verkaufsrezepts, dessen Praktiker, sein Freund Klaus Rainer Röhl, bei der Auswahl der Titelbilder stets darauf bestand, daß der nackte Hintern der Abgebildeten am rechten Bildrand erschien, denn: »Man schlägt von rechts.« Geschäftsführender KONKRET-Redakteur jener Jahre war unter anderen ein gewisser Stefan Aust. Wenn Not am Mann war, ging der investigative Journalist auch gern selbst mit der Kamera auf Motivsuche für »heiße Reports« (»Liebe unter freiem Himmel – Wie frei sind Deutschlands Mädchen?«; 10/1967) oder reiste an den »Sonnenstrand von Bulgarien« (7/67): »Bäuchlings liege ich im heißen Sand. Ich bin braun wie ein Zeozon-Mann und nackt wie Adam vor dem Sündenfall.« (Eine Selbsttäuschung. Braun wie ein Zeozon-Mann wurde Aust erst bei der Abfassung seiner Wiedervereinigungsopern auf »Spiegel-TV« zwanzig Jahre später.)  
 
Auch Hermann L. Gremliza, der als Herausgeber ab 1974 auf die Erfindung der Herren Rühmkorf und Röhl verzichtete und damit eine Generation älterer Herren aus der Abonnentenkartei vertrieb, verschloß sich nicht immer der verkaufsfördernden Magie nackter Haut. Wenn es um die Verhinderung eines Atomkriegs durch KONKRET ging, trug er sogar seine eigene zu Markte – als Torso,auf den der Graphiker im Februar 1981 den Kopf des Verteidigungsministers Hans Apel setzte.  
 
Literatur Konkret 2009 will durch seine Illustration einen Beitrag zur Aufarbeitung der ferneren KONKRET-Vergangenheit leisten. Die in diesem Heft versammelten Beiträge zu Sex & Politics – zum Mythos Sex, zu Homosexualität und Gesellschaft, feministischen Strategien gegen den Männlichkeitswahn, Religion und Repression, Sexismus und Rassismus – dementieren die Botschaften, die einst die im Innenteil abgedruckten Titelbilder an den Mann (und nur ihn) gebracht hatten.  
 
Als Coverboys dieses Heftes wurden indes Mitarbeiter der Bremer Frauensenatorin mutwillig mißbraucht.

Inhalt

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Das Leben, ein Kaffeeklatsch

Wer hofft, über Homosexualität die Gesellschaft verstehen zu können, kommt bestenfalls zu der Erkenntnis, daß das nicht funktioniert. Von Ilse Bindseil

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