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Literatur Konkret Nr. 33

2008/2009 

Kultur - Von Adorno zu Mario Barth

Erscheinungsdatum: 26.09.2008, eingeheftet in KONKRET 10/08; vergriffen, kann aber noch zusammen mit KONKRET 10/08 bestellt werden.

Am Ende der Kultur angekommen, verkostet LITERATUR KONKRET 2008 den Betriebsnudelauflauf im Literatur-TV, in der Popkultur und im Verlagswesen.

Die Kulturkritik üben in einem Land, dessen beliebtester Kulturschaffender Mario Barth 70.000 zahlenden Besuchern des Berliner Olympiastadions zweieinhalb Stunden lang mit allen Zoten, die der Herrenwitz des zwanzigsten Jahrhunderts unter sich gelassen hat, das Herz zu wärmen vermag? Einem Land, in dem der die Bestsellerlisten seit Jahren anführende Entertainer zur diesjährigen Eröffnungsrednerin der Salzburger Festspiele in deren ZDF-Sendung »Lesen!« spricht: »Du, ich bin irgendwann drauf gekommen, daß der tibetische Buddhismus ganz spannend, ganz interessant ist.« Und sie ihn fragt: »Faltest du auch manchmal die Hände und sagst danke, bitte, Hilfe?« Hans-Peter Kerkeling: »Oh ja, das passiert schon.« Elke Heidenreich: »Ich auch.« Wie Kulturkritik üben in einer Zeit, in der das Erscheinen einer »Kulturgeschichte der Pasta« den Garpunkt des Betriebsnudelauflaufs illustriert?  
 
Literatur Konkret 2008 erinnert daran, was Kritik der Kultur einmal war und heute sein müßte. In seinem Essay »Das Ende der Kultur – endlich« (S. 4 ff.) schreibt der österreichische Schriftsteller Michael Scharang:  
 
»Was Adorno als Kulturindustrie vorfand, hatte noch den Modergeruch von Kultur. Mit Kultur, daran läßt Adorno keinen Zweifel, hatte das nichts mehr zu tun. Die war tot. Was sich heute als Kultur gebärdet, ist Kadaververwertung. Das Tote darf nicht tot sein. Wo Leben nur gestattet wird, wenn es sich nützlich macht, ist der Zweck des Toten, ausgeschlachtet zu werden ... Adorno deutete die Kulturindustrie bereits, als sie in den USA ihre erste Blüte erlebte. Wozu sie sich auswachsen würde, war damals, Anfang der vierziger Jahre, nicht zu erkennen. Auch nicht, daß Kultur insgesamt im Absterben begriffen ist. Ein Vierteljahrhundert später schreibt Adorno allerdings unmißverständlich, Kultur sei Schrott, einschließlich der Kritik daran.«  
 
Aus den herumliegenden Kulturtrümmern sind Tausende von Kulturen gewachsen: »Keiner, der nicht ein Kulturteilchen für sich beansprucht: der Mundfaule die Streitkultur, der vom Leben Geprellte die politische Kultur, der Aufsteiger die Eß-, der Absteiger die Weinkultur, der Magenkranke die Tisch-, der Fernsehzuschauer die Lese- und der Würstelstandpächter die Unternehmenskultur.«  
 
P.S.: Nicht fürchtend die Gefahr, daß die von Kay Sokolowsky vorgestellte Verwalterin der Lesekultur (S. 10 f.), von der die Wiener Tageszeitung »Die Presse« weiß: »Heidenreichs Büchersendung ›Lesen!‹ – seit 2003 der Nachfolger zum ›Literarischen Quartett‹ – erreicht im ZDF eine Million Zuseher. Sie gilt als mächtigste Person im Literaturbetrieb«, die Ignoranz der Redaktion mißbilligen könnte, enthält Literatur Konkret keine Besprechung von Günter Grass’ jüngstem Meisterwerk Die Box

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