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Editorial

2016/2017

»Ich habe nie meine Erziehung durch Schulbildung beeinträchtigen lassen.«
Mark Twain

Preußische Tugenden, eine strenge Leistungsorientierung«, ein »Ende der Kuschelpädagogik« und eine »gefestigte Nationalidentität« als Erziehungsziel – so stellt sich die AfD die Schule der Zukunft vor. Doch nicht nur in der Alternative für Deppen wird der Ruf nach Autorität und einer »knallharten Leistungsgesellschaft«, wie sie etwa Bernhard Pötter in der »Taz« gefordert hat, wieder laut. Viel wird derzeit darüber diskutiert, wie die einzig richtige Erziehung und Pädagogik auszusehen habe. Buchtitel, die sich frei nach Waldorf-Oberlehrer Rudolf Steiner um »unsere Kinder« sorgen, füllen die Herbstprogramme der Verlage: Zum Hass verführt. Wie der Salafismus unsere Kinder bedroht; Die Aufstiegslüge. Wie unsere Kinder um ihre Zukunft betrogen werden (beide Eichborn); Was unsere Kinder brauchen. Sieben Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung von Supernanny Katharina Saalfrank (Gräfe und Unzer); Digital Junkies. Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder oder auch Verletzt, verkorkst, verheizt. Wie Sportvereine und Trainer unsere Kinder kaputt machen (beide Droemer). Zu den Bestsellern gehören Ratgeber, die erklären, wie verunsicherte Eltern mit den kleinen »Tyrannen« umgehen sollten. »Supernannys« und Familientherapeuten sind gefragt wie nie. Gleichzeitig steigt die Zahl der Depressionen, Angst- und Schlafstörungen bei Schulkindern.

literatur konkret 2016/17, das Sonderheft zur Frankfurter Buchmesse, fragt, was von einer »Erziehung nach Auschwitz« (Adorno) geblieben ist, ob die Reformpädagogik gescheitert ist, was zu tun wäre gegen Antisemitismus, Neoliberalismus und Lobbyismus an Schulen, wie die Klassengesellschaft mit ihren Ressentiments gegen »bildungsferne Schichten« auch im Klassenzimmer überleben konnte und ob das, was Flüchtlingskindern als deutsche Werte vermittelt werden soll, wirklich so erstrebenswert ist.

Die Fotos im Innenteil zeigen Kinder aus aller Welt auf ihren Schulwegen. Sie relativieren das hiesige Gejammer über »Pisa-Schocks« und »Bildungskatastrophen« ein wenig.

 

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