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Das Braune Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz hat die frühere Bundesministerin Gerda Hasselfeldt von der CSU als Nachfolgerin des Rudolf Seiters vom rechten Rand der CDU zur neuen Präsidentin gewählt. Erster Gratulant der „herausragenden Persönlichkeit des öffentlichen Lebens“: Thomas de Maizière vom rechten Rand der Bundesregierung. Wir schließen uns an – mit einem Sträußchen aus Kurt Tucholskys „Nieder mit dem Roten Kreuz!“:

Bei einer Rettungsübung des Roten Kreuzes ist unter den Klängen eines Militärmarschs ein kleiner Junge ertrunken. Und als sich der Schwarm verlaufen hatte, ward’s still in der Runde, und es ist nichts geschehen. Die Fäden, an denen dieses rote Kreuz schaukelt, reichen zu hoch hinauf.

Dass eine große Organisation einmal Pech hat, dass in einem solchen Rahmen auch Fahrlässigkeiten vorkommen können, wäre keiner öffentlichen Behandlung wert, wenn nicht etwas Grundsätzliches dahintersteckte.

Das Rote Kreuz ist eine durchaus wilhelminische Einrichtung geblieben. In den leitenden Stellen wimmelt es von Adligen, von ehemaligen hohen Militärs und andern Rentenempfängern, von Oberstabsärzten, von Leuten, die aus dem Kriege her in unangenehmster Erinnerung sind … Es ist das jene Gattung, für die Wohltun Zinsen bringt – sechs Prozent – und die das Almosen dem Armen nur darreicht, wenn der die Hacken zusammenschlägt, also »eine ordentliche Gesinnung« hat. Vorgesetzte einer Nation, die sich still und dämlich nachsetzen lässt … Das Rote Kreuz ist seiner Organisation, seiner Personalzusammensetzung, seiner Fürstenverehrung nach: militärisch, reaktionär, anti-demokratisch. Man muss also abraten, dieser Einrichtung auch nur einen Groschen zukommen zu lassen.

Soweit „Ignaz Wrobel“ in der „Weltbühne“ 1926. 1933 wurden jüdische Mitglieder ausgeschlossen, der Hitlergruß eingeführt, der SA-Ehrenführer Carl-Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha zum Präsidenten gewählt. 1937 wurde der SS-Oberführer Ernst-Robert Grawitz stellvertretender Präsident, der in seiner Funktion als Reichsarzt SS maßgeblich für die „Euthanasie“-Verbrechen und Menschenversuche an KZ-Häftlingen verantwortlich war. Von den 29 Mitgliedern der gesamten DRK-Führung waren 18 hohe SS-Führer. Und nach 1945? Da ging es in diesem Geist weiter, bis heute. Von einer Distanzierung der neuen Führer von den alten ist nichts bekannt. Das ist ein weites Hasselfeld, Gerda.

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