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Michael Schilling über Nichtwähler in der Mehrheit

»Glaubt dem Kalender, im September beginnt der Herbst, das Stimmenzählen; / ich rat Euch, Es-Pe-De zu wählen!« 1972 schienen die Wähler vom Parteidichter Günter Grass belehrt, denn für lange Zeit zum letzten Mal schien es eine Wahl zu geben: zwischen dem alten Kalten Krieg der Adenauer- Zeit und Willy Brandts neuem Kalten Krieg, »Entspannung« oder »Wandel durch Annäherung « genannt. Der Anteil der Nichtwähler fiel auf knapp neun Prozent. Bei den Wahlen zum Bundestag, die immer häufiger »Schicksalswahlen« heißen, kam 2013 die Partei der Nichtwähler mit 28,5 Prozent hinter der CDU mit 34,1 Prozent auf Platz zwei. Die Enthaltsamkeit ist keine deutsche Spezialität. Im land of the free nimmt an der Kür des Präsidenten meist nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten teil. Wenn es in den offiziellen Angaben etwas mehr sind, liegt das daran, dass als wahlberechtigt nur gilt, wer sich registrieren lässt, was sein zu lassen einige Millionen Bewohner der USA wegen ihrer sogenannten Illegalität allen Grund haben. Zur Wahl zwischen George W. Bush und Al Gore gingen nur 51 Prozent der Registrierten, zu der zwischen Clinton und Dole 49 Prozent. Trump genügten die Stimmen von 25 Prozent der Wähler zum Einzug ins Weiße Haus. Das wiederum ist keine amerikanische Spezialität: Angela Merkel verdankte ihren strahlenden Sieg von 2013 den Stimmen von knapp 26 Prozent der Wahlberechtigten. Drei von vier Wählern haben sie nicht gewählt.


 

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