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von konkret

Einerseits gibt es die Medien (zum Pluraletantum geworden wie Ferien oder Kosten), die dem Publikum von Sonnabend bis Freitag im allgemeinen dieselbe Schau auf des Tages Welt gewähren, von Zeit zu Zeit sich einen Stern hinter den Spiegel stecken und der Menschheit ihr Focus you! zufunken. In ihnen war vor und nach der Wahl des Präsidenten zu lesen, dass Donald Trump eine 27 Meter hohe Mauer zwischen Mexiko und den USA bauen, die erstmalige Krankenversicherung von 20 Millionen US-Bürgern abschaffen, das Engagement des Landes in der Nato zugunsten seines Freundes Putin kündigen und vieles andere mehr anstellen werde. Andererseits gibt es konkret, wo zum Ende von Obamas Amtszeit im Dezember 2016 wiederholt war, was in Gremlizas Kolumne im Juni 2009 geschrieben stand: »Der Präsident der USA ist der Präsident der USA ist der Präsident der USA. Irgendwann ist er auch noch Republikaner oder Demokrat, und irgendwie muss er auch heißen: Reagan, Clinton, Bush, Obama.« Oder eben im März 2017: Nichts, was der Präsident erlässt oder verkündet, sei »das Papier wert, auf dem es kommentiert wird«: nicht das Einreiseverbot für Bürger aus sieben islamischen Staaten, nicht die Abschiebung der elf Millionen »illegal « genannter Bewohner des Landes, nicht die Mauer am Rio Grande. Derselbe Autor am 12. März bei einer konkret-Veranstaltung im Hamburger Golem:
Was von Obamas Agenda bleiben wird, ist Obamacare, die Krankenversicherung, die den privaten Versicherungskonzernen 20 Millionen neuer Kunden zugetrieben hat. Die Konzerne würden es Obamas Nachfolger nie erlauben, ihnen dieses Geschäft wegzunehmen. Was er gern darf, ist ein paar nicht so lukrative Bestimmungen streichen.

Das war zwei Wochen bevor Trump sein Gesetz zur Abschaffung von Obamacare zurückzog. Vier Wochen bevor er seine Liebe zur Nato erklärte, seinen Vorwurf, die Chinesen manipulierten ihre Währung, zurücknahm, die im Wahlkampf bekämpfte Notenbankchefin hochleben ließ. Warum der neue Präsident jetzt Putin, den er gepriesen hatte, angreifen muss, steht auf Seite 9 dieser Ausgabe. (Aber, bitte, den Medien nichts verraten!)

Es gibt weit und breit kein vergleichbar anspruchsvolles Dichtergedenkritual. Zur Erinnerung an den konkret-Kolumnisten, Schauspieler und Zwischenrufer Horst Tomayer (1938–2013) findet auch dieses Jahr eine Horst-Tomayer-Gedenkradfahrt von Hamburg nach Berlin statt. Die dreitägige sogenannte Krückentour startet am Freitag, den 25. August, gegen 9 Uhr am Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Wer da mit möchte, bitte zeitig zusagen! Als Etappenziele und Übernachtungsorte kommen in Frage: Hitzacker (Pension Tante Storch) oder Wehningen (Radlerhostel Alte Tischlerei) und Garz bei Havelberg (Havelhöfe). Wer nur tageweise mitfahren möchte: Man kann bestens über die Bahnhöfe Hitzacker, Wittenberge, Glöwen, Rathenow und so weiter auch noch Samstag oder Sonntag zum Peloton stoßen. Mehr Informationen in der Facebook- Gruppe »Die Horst-Tomayer-Gedenkradfahrt «, der öffentlichen Facebook-Veranstaltung »Horst-Tomayer-Gedenkradfahrt 2017« oder per Mail an die Redaktion.


Die Staatsanwaltschaft Zürich gibt Iris Pasternack, über deren tierfreundliche, aber menschenverachtende Querfrontmission Mira Landwehr in konkret 2/17 geschrieben hatte, Nachhilfe in übler Nachrede: Anlässlich der polizeilichen Einvernahme gab die Geschädigte zu Protokoll, sie sei … im Magazin konkret als »Verschwörungsgläubige mit großem Sendungsbewusstsein« bezeichnet (worden). Darüber hinaus würden ihrer Gruppe Holocaust-Relativierungen nachgesagt, was überhaupt nicht stimme … Es ist verständlich, dass solche Äußerungen von der Geschädigten nicht gern gehört resp. gelesen werden … Die Äußerung »Verschwörungsgläubige mit großem Sendungsbewusstsein « stellt jedoch per se noch keine Ehrverletzung im Sinne des Schweizerischen Strafgesetzbuches dar. Landwehrs Text »Kann Spuren von Empathie enthalten« ist auf der konkret-Website nachzulesen.

Im Text »›Dem Marxismus zum Trotz‹« von Roger Behrens in konkret 4/17 wird irrtümlich behauptet, Matthias Greffrath, der Herausgeber des Bands Re: Das Kapital. Politische Ökonomie im 21. Jahrhundert, habe auch das »Zeit«-Dossier »Hatte Marx doch recht?« betreut. Wir bedauern den Fehler.

»Ich bin dagegen. Dagegen, dass nun auch Frauen pornografische Literatur produzieren, dagegen, dass diese Literatur mit dem ›feministischen‹ Anspruch daherkommt, die andere, die erotischere, die bessere Literatur zu sein. Nichts gegen Gerechtigkeit: Frauen haben das gleiche Recht wie Männer, schlechte erotische Literatur zu produzieren, aber alles gegen schlechte Literatur mit diesem Anspruch«, schrieb die Sozialwissenschaftlerin, Autorin und Verlegerin Ingrid Klein 1989 in literatur konkret (der komplette Text findet sich auf der konkret-Website), als hätte sie schon damals gewusst, wie viele Schattierungen der erotischen Schundliteratur uns noch erwarten sollten. Von 1979 bis 1986 war sie Mitherausgeberin und/oder verantwortliche Redakteurin von sexualität konkret, von 1979 bis 1990 von literatur konkret und seit 1993 Verlegerin des Ingrid-Klein-Verlags, in dem wichtige sexualsoziologische Bücher erschienen sind. Am 7. April ist Ingrid Klein im Alter von 71 Jahren gestorben.

Am 17. Mai um 19.30 Uhr stellt Manfred Sohn in Wedel, Tagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Rudolf-Breitscheid-Str. 40, sein Buch Falsche Feinde. Was tun gegen die AfD? Ein alternativer Ratgeber (konkret texte 70) vor (siehe Anzeige Seite 22).

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