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Tomayers Video-Tagebuch

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von konkret

Redaktionsschluss: Mitte September. Wahlen: 24. September. am Kiosk: 29. September. Was also tun?

Sich nicht dümmer stellen als die Herrschaft. Der ist jede der Parteien recht, die sie an ihren rechten Rand getrieben hat mit dem Exempel, wie viele Nazis, wenn man sie zu »Bürgerinnen und Bürgern« adelt, »deren Sorgen & Ängste man ernst nehmen muss«, binnen Monaten zu ihrem braunen Comingout animiert werden können. Es ist ein Exempel übrigens, das regelmäßig statuiert wurde: mit der NPD, die man in den sechziger Jahren im Ländle auf 20 Prozent brachte und dann wieder herunter, mit den Republikanern 20 Jahre später und jetzt mit der AfD.

Noch nicht entschieden schien bei Niederschrift dieser Zeilen, ob es der private public partnership, die sich »die Medien« nennt, gelingen würde, den Fuß schnell und weit genug vom Gas zu nehmen, um den größten Teil der Nazis, deren Ausbruch sie organisiert hatten, zu ihren Deckadressen, den Christ-, Sozial-und Ökodemokraten zurückzuführen. Sogar den räudigsten ihrer Wauwaus, die FDP, haben Herrchen und Frauchen reanimiert, die letzten der 20 Prozent, die sich zur Nazi-Partei bekannt hatten, zu apportieren. Ob die FDP der Mendes, Scheels, Genschers und Lambsdorffs, nach 1945 als Auffangbecken für heimatlos gewordene Nadelstreifen- Nazis gegründet, gut 70 Jahre später auch deren Enkel Heimat werden konnte? Wir, die wir auf Lindners Plakaten lesen durften »Bildung ist die Supermacht des 21. Jahrhunderts« (die der Alvordern hieß »Wunderwaffe«) vermuten’s – der Leser weiß es schon.

Ein bisschen schmerzen wird die Bourgeoisie der Verfall ihrer zweiten Option. Ohne die hilfswillige SPD droht die Ablösung der Reste von Sozialstaat durch den Polizeistaat an Schwung und Tempo zu verlieren.

Wie es ausgegangen sein wird: Merkel bleibt Kanzlerin unter Schäuble; Schulz, der nach den Sternen griff, greift wieder zu den drei Sternen von Mariacron; zum Schluss singen Özdemir und Göring mit Lindner und Kubicki »Oh, wie schön ist Jamaika«. Meint der Herausgeber. Der verantwortliche Redakteur tippt auf einen Vizekanzler Oppermann. Herrschaftszeiten in zweierlei Kostüm.

 

Sachen gibt’s, die gibt’s nicht. Und dann gibt es sie doch:

Hamburg, den 17.8.17 Lieber Genosse Gremliza: erlaube mir bitte die altvertraute Anrede! Ich möchte Dich um Deine Hilfe bitten. Es geht um eine kleine Ehrensache.

Du weißt, Ulla Hahn und ich waren an die sieben Jahre miteinander liiert. Wir galten als das »Traumpaar der DKP«. Du hast das immer wieder ironisch glossiert. Jetzt hat Ulla Hahn im vierten Band ihres autobiografischen Epos auf 250 Seiten detailliert über dieses Kapitel ihres, unseres gemeinsamen Lebens erzählt: Wir werden erwartet, Roman, 630 Seiten, DVA.

Sie bringt es in ihrem Opus magnum fertig, mich mit keinem einzigen Wort zu erwähnen. Wo meine Rolle für den Handlungsverlauf zwingend erforderlich ist, macht sie aus mir kurzerhand eine »Genossin Marga Wiedebusch«.

Du weißt es besser als ich: Gedächtniskorrekturen waren zu Zeiten Stalins gängige Praxis. Abtrünnige und in Ungnade gefallene Genossen wurden aus alten Fotos herausgeschnitten, aus Filmen ausgeblendet, aus dokumentarischen und literarischen Darstellungen herauszensiert und durch der neuen Linie angepasste Passagen ersetzt. Ebendiese stalinistischen Praktiken werfe ich jetzt meiner früheren Weggefährtin vor. Als Grund für solche Erinnerungslücken und blinde Flekken – die sie selber gern bei anderen anmahnt – vermute ich Islamophobie. Ulla Hahn hat es mir nie verziehen, dass ich mich nach meinem Abschied von der Partei nicht dem gewandelten Zeitgeist angepasst, sondern zum Islam zugewandt habe.

Mich würde es natürlich freuen, wenn Du oder jemand aus Eurer Redaktion sich dieses Themas annehmen könnte – in bewährter treffsicherer -Manier. Um Euch die Recherche zu erleichtern, lege ich einige Materialien mit in den Umschlag: ein Gedicht von Ulla Hahn aus unserem ersten Liebesjahr, einen Werbeprospekt der DDR mit uns beiden in der Mitte und eine Kopie aus meiner 2009 erschienenen Autobiografie (S. 130f.).

Ich füge noch zwei weitere kopierte Seiten aus dem Buch hinzu (samt Werbeblatt). Darauf ist zu lesen, wie ich konkret kennengelernt habe, gedacht als meinen Beitrag zu Eurem bevorstehenden Geburtstag.

Mit herzlichen und solidarischen Grüßen, Peter Schütt

Man und frau glaubt es nicht.

 

konkret feiert 60jähriges Jubiläum. Im November 1957 erschien zum ersten Mal die Zeitschrift, die bis dahin »Studenten-Kurier« hieß, unter dem konkret-Titel . Die Redaktion erklärte die Änderung damals so: »Als Titel und Leitmotiv setzen wir ab heute ein Wort auf unsere Frontseite, das uns Verpflichtung und Ihnen Erklärung sein möge: Ausdruck einer Gesinnung, die gegenüber systematischer Irreführung und schönfärberischer Propaganda im Politischen, die wider modische Extrahumanität und Realitätsentzug in Sachen der Kunst eins vor allem zu sein sich bemüht: konkret.«

60 Jahre später fühlt sich die Redaktion dieser Verpflichtung noch immer verbunden. Am 27. Oktober erscheint das Novemberheft als Jubiläumsausgabe.

 

Sechs Mann und eine Frau stark war das Teilnehmer/innenfeld der diesjährigen Horst- Tomayer-Gedenkradfahrt, das Ende August in einer dreitägigen »Krückentour« von Hamburg nach Berlin radelte. Die Redaktion gratuliert. Auf unserer Homepage berichtet Fritz Tietz von den Strapazen und Annehmlichkeiten der Tour. Die nächste Horst-Tomayer- Gedenkradfahrt findet am letzten August-Wochenende 2018 statt.

Martin Jürgens liest am 1. Oktober um 18 Uhr in Duisburg, Lokal Harmonie, Harmoniestr. 41 aus seinen neuen hieroglyphen. Begleitet wird er von Ernie Rissmann an der Gitarre.

Am 23. Oktober lädt konkret zur Podiumsdiskussion zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution ins Hamburger Polittbüro, Steindamm 45. Ab 20 Uhr diskutieren Thomas Ebermann, Georg Fülberth und Lars Quadfasel. Die Moderation übernimmt Hermann L. Gremliza. Karten können über das Polittbüro reserviert werden.

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