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60 Jahre konkret

18.10.2017 10:26

konkret feiert 60jähriges Jubiläum. Im November 1957 erschien zum ersten Mal die Zeitschrift, die bis dahin »Studenten-Kurier« hieß, unter dem Titel konkret. Die Redaktion erklärte die Änderung damals so: »Als Titel und Leitmotiv setzen wir ab heute ein Wort auf unsere Frontseite, das uns Verpflichtung und Ihnen Erklärung sein möge: Ausdruck einer Gesinnung, die gegenüber systematischer Irreführung und schönfärberischer Propaganda im Politischen, die wider modische Extrahumanität und Realitätsentzug in Sachen der Kunst eins vor allem zu sein sich bemüht: konkret.«

60 Jahre später fühlt sich die Redaktion dieser Verpflichtung noch immer verbunden.

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Zum Jubiläum fragten wir Prominente: Lesen Sie konkret? Wenn ja, warum? Wenn nicht, warum nicht? Hier einige Antworten:

Jedes Mal wenn mir eine Nummer in die Hände fällt, rechne ich erst das Verhältnis von weiblichen und männlichen Namen im Inhaltsverzeichnis aus, gönn mir dann eine stabile Kolumnenorientierung und vermisse anschließend die "Herrschaftszeiten". "Zeitschrift für Ökonomie- und Faschismuskritik" wäre mein Untertitelvorschlag für konkret.

Bini Adamczak

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Ja, ich lese konkret, und manchmal lese ich konkret monatelang nicht, aber trotzdem finde ich es in dieser Zeit immer sehr beruhigend, dass es konkret gibt. Warum? Weil die Texte in allen anderen Zeitungen und Zeitschriften inzwischen so klingen, als würden sie im selben Links-Rechts-Labor hergestellt werden, und das merkt man nicht nur daran, dass kein einziger Mainstream-Journalist heute noch eine eigene Sprache oder eigene Ideen hat. Und man erkennt es vor allem am allgegenwärtigen antiisraelischen Tagespogrom, das »Süddeutsche«, der »Freitag« oder das ZDF fast täglich veranstalten – weil Deutsche eben deutsch sind und es seit 1989 immer lieber sind, wozu schon immer ein pseudo-intellektueller, romantischer Antisemitismus unabdingbar gehört hat.

Ja, konkret weiß, dass Linke in Deutschland immer auch rechts sind, und darum will konkret zunächst einmal nicht rechts sein, um auf diese Art vielleicht wirklich links zu sein. Ich weiß nicht, ob das überhaupt geht. Aber wenn es geht, dann wäre ich auch sehr gern links. Danke für 60 prinzipientreue, idealistische Jahre, die nur die Feinde von konkret absichtlich mit Dogmatismus verwechseln. Ich hoffe, es kommen noch mindesten 60 mehr dazu – und ein Deutschland, das nicht mehr so nervt.

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Maxim Biller

Nachdem mir eine Kommunistin vor mehr als 30 Jahren in 20 Minuten erklärte, was überhaupt los ist, weil ich in ihrem Beisein den traditionellen Werten meiner süddeutschen Heimat bis aufs Kirschwasser abgeschworen hatte (Stadtmusikverein, Fasnacht, CDU), musste ich als jemand, der diese 20-Minuten-Erklärung nie vergessen und seither überall täglich bestätigt gefunden hat, leider rasch lernen, dass die Formel »undogmatisch links« in den allermeisten Fällen nur Code für »antikommunistisch« ist. Die große Ausnahme war und bleibt konkret. Das Heft ist undogmatisch, aber links. Seltene Tierarten soll man schützen und unterstützen, konkret gehört dazu.

Dietmar Dath

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Ich bin kein regelmäßiger Leser der konkret. Natürlich sind mir die lange Geschichte der Zeitschrift und ihre politische Orientierung bewusst, und immer wieder gibt es gut geschriebene, pointierte und anregungsreiche Artikel, die ich auch mit Genuss gelesen habe.

Gregor Gysi

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Ich lese konkret weil ich mich gern (komplex) aufrege. Das muss sein, weil einfache Lösungen machen die Welt trump.

Schorsch Kamerun

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…wegen des Sportteils und der Bilder. Die „Zeit“ wäre natürlich noch cooler, aber die ist mir zu billig.

Martin Sonneborn

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Dass ich mir das Heft jeden Monat kaufe, hat mit den Seiten 9 und 66 zu tun. Womit ich nichts gegen die Seiten 10 bis 65 gesagt haben möchte. Und auch nichts gegen die Seite 1: Das wunderschöne Cover von Heft 3/2009 hatte ich – wir Katholiken hängen uns ja gern unsere Päpste ins Schlafzimmer – lange überm Bett hängen.

Wenzel Storch

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Ich lese konkret, damit ich weiß, womit ich argumentieren kann, wenn es mal wieder Ärger mit einem »Titanic«-Witz gibt. Und natürlich wegen der vielen gut recherchierten True-Crime-Storys.

Tim Wolff

Ich lese die konkret nicht, aber ich freue mich jedesmal, wenn ich sie in der Bahnhofsbuchhandlung sehe. Ohne konkret wäre da eine Lücke.

Hans Zippert

 




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